Boxen : "Zukunftsagentur Brandenburg": Marsch durch die Institutionen gestoppt

Thorsten Metzner

Der bürokratische Hürdenlauf für Investoren in Brandenburg soll der Vergangenheit angehören: Am Montag hat die "Zukunftsagentur Brandenburg" (ZAB) offiziell ihre Arbeit aufgenommen, für die die bisherigen Wirtschafts- und Technologieförderfirmen des Landes zusammengeführt wurden. "Der Marsch durch die Institutionen in Brandenburg muss aufhören", sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß (CDU). Chef der Agentur, mit der Brandenburg auch bundesweit zu Vorreitern gehört, ist Eberhard Diepgens früherer Senatskanzleichef und Herlitz-Manager Detlef Stronk. Eine gemeinsame Wirtschaftsfördergesellschaft mit Berlin kam allerdings nicht zustande.

"Man muss und kann nur das Machbare tun", sagte Fürniß, der im Vorfeld auch entsprechende Gespräche mit Berlins Regierungschef Diepgen und Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner geführt hatte. Doch die Berliner Förderlandschaft sei "differenzierter" als die Brandenburger, so Fürniß.

Ob bei Förderanträgen, der Suche nach Industrieflächen oder nach Beteiligungskapital - durch die insgesamt 230 Mitarbeiter der Förderagentur soll es laut Fürniß für Investoren, Existenzgründer und Kommunen "schnelle Entscheidungen und kurze Wege" geben. Ein fester Betreuer für jeden Kunden, laute ein Grundprinzip. Dafür sind mehrere bislang getrennte Landesfirmen fusioniert worden. Unter dem Dach der Agentur agiert künftig auch die neu gegründete BC Capital Brandenburg GmbH, in der neben weiteren Firmen die Kapitalbeteiligungsgesellschaft des Landes aufging. Zugleich ist die neue "One-Stop-Agency" eng mit der für die Bewilligung von milliardenschweren Förderprogrammen zuständigen Investitionsbank des Landes Brandenburg verzahnt worden, in deren Gebäude sie auch ihr Domizil hat. Fürniß hofft, dass Arbeits- und Bauministerium künftig Büros in der Agentur einrichten werden, die fünf Außenstellen im Land hat und Auslandsbüros in Dubai, Singapur, Detroit/Chicago und Moskau einrichtet.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten um eine weitere Straffung von Landesfirmen erteilte Fürniß einer möglichen Verschmelzung der neuen Förder-Agentur mit der in tiefrote Zahlen gerutschten Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) nach dem Vorbild anderer Länder eine klare Absage.

0 Kommentare

Neuester Kommentar