• Zwangsversteigerung der „Villa Kellermann“ soll verhindert werden Nicht nur Gastronom Maximilian Dreier möchte, dass der Potsdamer Prachtbau diesmal in „seriöse Hände“ kommt

Boxen : Zwangsversteigerung der „Villa Kellermann“ soll verhindert werden Nicht nur Gastronom Maximilian Dreier möchte, dass der Potsdamer Prachtbau diesmal in „seriöse Hände“ kommt

Michael Mara

Potsdam. Was wird aus einem der schönsten Potsdamer Seegrundstücke? Die Frage ist aktuell, seit sich Hinweise auf eine bevorstehende Zwangsversteigerung der „Villa Kellermann“ am Heiligen See häufen. Ein vom Amtsgericht Potsdam bestellter Sachverständiger ermittelte jüngst für das Grundstück Mangerstraße 34-36 einen Wert von 3,9 Millionen Euro. Seit Herbst letzten Jahres steht der pompöse neo-klassizistische Bau unter Zwangsverwaltung.

Damals atmete nicht nur Maximilian Dreier auf, der Pächter des Nobelrestaurants „Villa Kellermann“ im Erdgeschoss. Denn sechs Jahre lang hatte der schillernde Immobilienbesitzer und Unternehmensberater Johannes Rey aus Oberursel mit allen Schikanen versucht, den Gastronomen zu vertreiben, um eine Spielbank zu etablieren. Vergeblich! Doch muss Dreier jetzt befürchten, dass das passiert, was Rey nicht schaffte und er mit seinem von Fachkritikern hoch bewerteten Restaurant doch noch die Villa verlassen muss. Sollte es nämlich zur Zwangsversteigerung kommen, könnte der neue Hausbesitzer trotz langfristigen Mietvertrages kurzfristig eine Kündigung aussprechen.

Damit nicht genug: Niemand kann ausschließen, „dass die Villa Kellermann erneut an einen Spekulanten fallen und sich der Irrweg der vergangenen Jahre wiederholen könnte". Nicht nur für Dreier ist das eine Horrorvorstellung, sondern auch für Oberbürgermeister Jan Jakobs und Ministerpräsident Matthias Platzeck. Platzeck plädiert dafür, dass „auch künftig für den Bau an einem der schönsten Potsdamer Plätze eine öffentliche Nutzung möglich ist“.

Die anderen Grundstücke auf der dem Marmorpalais gegenüberliegenden Seite des Heiligen Sees werden ausschließlich privat genutzt. Prominente wie Starmoderator Günther Jauch, UFA-Chef Wolf Bauer und Wolfgang Joop (mit seiner Firma Wunderkind) haben sich dort angesiedelt. Verständlich, dass weder Dreier noch das Rathaus Interesse an einer Zwangsversteigerung mit ungewissem Ausgang haben. Allerdings sei noch gar nicht sicher, betont der Gastronom, „ob es dazu kommt“. Dass die Nassauische Sparkasse als Gläubiger bisher keine Zwangsversteigerung beim Amtsgericht beantragt hat, deutet Dreier so: Sie würde wohl zahlungskräftige Investoren als Käufer vorziehen. Angeblich soll es Interessenten geben. Namen sind nicht bekannt. Auch Dreier selbst bemüht sich, ein Nutzungskonzept zu entwickeln und einen Kreis von Investoren dafür zu gewinnen. Der Gastronom kann sich vorstellen, dass der sanierungsbedürftige Bau für Gastronomie und Ausstellungen genutzt oder zum kleinen und feinen See-Hotel erweitert wird. Das Doppelgrundstück böte Platz für einen Erweiterungsbau.

Dreier nennt zwar keine Namen, erinnert aber daran, dass prominente See-Anwohner ihm früher Unterstützung zugesagt haben: „Ich möchte diese Leute ermuntern, sich jetzt zu engagieren, denn der Bau muss diesmal in seriöse Hände kommen." Ein verdeckter Appell an Jauch und Joop? Der Gastronom will sich dazu nicht äußern. Er verrät nur, dass er und andere Gespräche führten. Dass es zu einer schnellen Entscheidung kommt, glaubt Dreier nicht. Investoren wollten zum Beispiel wissen, inwieweit das Doppelgrundstück noch bebaut werden darf. Und schließlich ist da auch noch Johannes Rey, mit dem sich die Bank (anders als bei einer Zwangsversteigerung) bei einem Verkauf an Investoren einigen müsste. So wird die Ungewissheit über das Schicksal der Villa Kellermann wohl noch andauern.

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