DEL : Eisbären bezwingen Wolfsburg 5:3

Die Eisbären haben das Spitzenspiel der Deutschen Eishockey-Liga gewonnen und ihren Vorsprung auf die Verfolger weiter ausgebaut. Der Meister bezwang am Freitagabend den Tabellendritten Wolfsburg.

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Schon nach gut zehn Minuten brach hinter der Bande das erste Mal Hektik aus. Noch ein bisschen mehr als es bei Hauptrundenspielen in der Deutschen Eishockey-Liga üblich ist. Die Betriebsamkeit sollte sich auch in den folgenden 50 Spielminuten nicht legen: Zahlreiche Worte wurden gewechselt, Wunden begutachtet, Personen in die Kabine beoordert und wieder zurückgeholt. Ein interessantes Rahmenprogramm war das, was die Fraktion der Eisbären da auf der Bank hinter der Eisfläche bot. Doch auch die Begegnung an sich garantierte allerhand Spannung. In einem spannenden Spitzenspiel schlugen die Eisbären den EHC Wolfsburg 5:3 (1:1, 3:2, 1:0).

Dabei begann das Spektakel für die 14 200 Zuschauer in der ausverkauften Berliner Großarena eigentlich nicht sonderlich aufregend. Anfangs war nicht auszumachen, dass es sich bei der Partie am Freitagabend um ein Duell des Spitzenreiters gegen den Tabellendritten handelt. Vielmehr traten vor allem Eisbären in den ersten zehn Minuten abwartend bis fahrig auf. „Wolfsburg macht die Räume sehr eng“, sagte der Berliner Stürmer André Rankel. „Das macht es uns schwer.“ Erst in der elften Spielminute konnten die Eisbären die starre Wolfsburger Abwehr erfolgreich durcheinanderbringen. Tyson Mulock schloss den überlegten Angriff über Marvin Degon und Rankel mit einem strammen Schuss unter die Latte zur 1:0-Führung ab.

Offensiv klappte es mal wieder, nur im Abwehrverhalten nimmt sich der Deutsche Meister ja fast schon traditionell einige Auszeiten. Erschwerend kam gestern in noch hinzu, dass in diesem Bereich nicht nur der Langzeitverletzte Frank Hördler, sondern auch der mit einer Spieldauerstrafe bedachte Jens Baxmann fehlten - und Richie Regehr sich zudem angeschlagen über das Eis quälte. Und so war die personalgeschwächte Eisbären-Verteidigung schon kurz nach der Führung in Person von Ken Magowan geschlagen: das 1:1

Vorbei war’s nun mit der vorsichtigen Haltung beider Teams. Und auch mit der Ruhe auf der Berliner Bank. Nicht allein das Gegentor, auch eine Verletzung von Alexander Weiß löste da Trubel aus. Der Angreifer musste das Spiel mit einer Schnittwunde am Knöchel vorzeitig beenden. Er verpasste zunächst zwei weitere Treffer seiner Mannschaft: Erst brachte Florian Busch die Berliner wieder in Führung, danach erhöhte Rankel auf 3:1. Daraufhin ließen die Eisbären ihrem Gegner allerdings so viel Freiraum, dass Norm Milley und Jason Ulmer für den erneuten Ausgleich sorgten.

Das 3:3 trug sich etwa zu dem Zeitpunkt zu, als die Hektik in der Eisbären-Zone ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Kapitän Steve Walker humpelte durch die Glastür in Richtung Kabine. Oberschenkelzerrung: auch er konnte nicht weiterspielen. Doch die prominenten Ausfälle lähmten die Berliner nicht; sie motivierten sie eher. Ziemlich unbeeindruckt liefen sie in Person von Constantin Braun zum 4:3 und nachdem Stefan Ustorf im Schlussdrittel noch das fünfte für sie nachlegte, beruhigten sich endlich auch die Akteure hinter der Bande. Nur ganz am Ende wurde es dort noch mal turbulent. Beim Feiern.

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