Prof. Dr. Christine Knaevelsrud : "Da könnte ja jetzt jeder kommen!" Wie digitale Psychotherapie Grenzen überwindet

Über das Internet können Psychologen auch Menschen in abgelegenen Regionen Therapiemöglichkeiten anbieten.

Prof. Dr. Juliane Knaevelsrud Foto: Oliver Elsner
Prof. Dr. Juliane KnaevelsrudFoto: Oliver Elsner

Psychische Belastungen machen nicht vor Ländergrenzen halt. Gerade in Konfliktregionen (z.B. Irak, Syrien) leiden viele Menschen unter psychischen Folgestörungen, während ihre Behandlung vor Ort kaum möglich ist. Auch in Deutschland halten bspw. Fahrtwege oder Schamgefühle Betroffene davon ab, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Da viele über einen Internetanschluss verfügen, können Onlineinterventionen in solchen Situationen eine Behandlungsoption bieten. Patientinnen arbeiten unter Anleitung durch speziell geschulte Psychologen an Denkmustern und Problemverhalten im Alltag, wodurch es ihnen nachweislich besser geht. Unsere Forschungsgruppe untersucht dabei Wirkmechanismen und Prädiktoren dieses Erfolgs.

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Prof. Christiane Knaevelsrud
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Hierzu ist eine weltweite Vernetzung von Instituten und Disziplinen notwendig. Die Zusammenarbeit zwischen Mathematik, Informatik und Psychologie verspricht große Erfolge in der Verbesserung und Verbreitung entsprechender Versorgungsmöglichkeiten. 

Zur Person

Freie Universität Berlin, Professorin für klinisch-psychologische Intervention

Prof. Dr. Christine Knaevelsrud, Studium der Psychologie in Amsterdam & NYC, Promotion in Zürich, Psychologische Psychotherapeutin, Professur für Klinisch-Psychologische Intervention, Freie Universität Berlin. Sie forscht zu neuen Medien in der psychotherapeutischen Versorgung von Hochrisikopopulationen (z.B. Kriegs- und Folteropfer)

Links

http://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/arbeitsbereiche/klinische_psychotherapie/knaevelsrud

Schlagworte

Psychotherapie
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