Bundesweiter Test : TÜV entdeckt schwere Mängel auf Spielpätzen

Der TÜV hat bei einem bundesweiten Spielplatz-Test schwere Mängel auf drei Berliner Anlagen festgestellt. Die zuständigen Bezirksämter fühlen sich zu Unrecht angeprangert.

Anna Sauerbrey
Spielplatz Foto: Uwe Steinert
Fehlkonstruktion. Bei diesem Spielplatz nahe dem Rias-Gebäude in Wilmersdorf knickt die Rutsche beinahe im 90-Grad-Winkel ab -...Foto: Uwe Steinert

Scharfe Ecken und Kanten, Spalten in denen sich Finger verfangen können, Netzmaschen, in denen kleinen Kinder mit dem Kopf hängen bleiben könnten. Diese und andere Dinge beanstandet ein Bericht des TÜV Rheinland nach der Prüfung von fünf Berliner Spielplätzen. Besonders bemängelt wurden in dem Bericht, der von „Bild der Frau“ in Auftrag gegeben wurde, drei Spielanlagen. Die Rutsche und der Rutschenturm im Volkspark Wilmersdorf, der Rutschenturm im Bürgerpark Pankow und der Kletterturm auf dem Spielplatz am Ungewitterweg in Spandau sollten gesperrt werden, fordert der TÜV. In Wilmersdorf und in Pankow bestehe die Gefahr, dass Kinder mit Anorakkordeln hängen bleiben, am Ungewitterweg könnten sie abstürzen, mit dem Kopf in den Maschen des Netztunnels hängen bleiben oder sich die Finger quetschen. Das seien „Dinge, die bei sorgfältiger Wartung längst hätten erkannt sein müssen“, sagt Ralf Diekmann, Pressesprecher des TÜV Rheinland.

Die Bezirksämter fühlen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt und sehen keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Berlinweit würden alle Spielplätze wöchentlich von Mitarbeitern der Ämter begangen, monatlich finde eine gründliche Prüfung statt, einmal im Jahr werden nach Angaben der Bezirksämter auch die Fundamente der Spielgeräte überprüft. Das entspricht den Anforderungen der EU-Norm zur Spielgerätesicherheit. „Wir sehen überhaupt keine Notwendigkeit, am Turm etwas zu verändern", sagte Elke Hube, Leiterin des Naturschutz- und Grünflächenamts Spandau, das den Spielplatz am Ungewitterweg betreibt. Der Spielplatz sei erst vor vier Jahren gebaut und vom TÜV abgenommen worden. Auch Klaus-Dieter Gröhler, Baustadtrat in Charlottenburg-Wilmersdorf, will Rutsche und Rutschenturm im Volkspark nicht sofort sperren. „Wir nehmen das aber natürlich ernst und überprüfen das erneut." Für die Spielanlage liege bereits ein Zertifikat vor, ein TÜV-Prüfer ist erneut für nächste Woche bestellt. In Wilmersdorf sind außerdem bereits an allen Spielplätzen „Kordelwarnschilder“ angebracht, die auf die Gefahr hinweisen, dass sich die Schnüre beim Spielen verheddern könnten.
Zumindest sind die Berliner mit ihren beanstandeten Spielplätzen nicht allein. Bei dem Test prüften Experten bundesweit 75 Spielplätze, nur sieben wurden als einwandfrei eingestuft.

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