Familie : Der Vorreiter kommt aus Spandau

Rainer W. During

Im Musikunterricht werden auf elektronischen Keyboards eigene Lieder komponiert und auf CD gebrannt. Im Kunstunterricht gibt es Multimediaprojekte, und in den naturwissenschaftlichen Fächern werden Versuche digital aufgezeichnet und ausgewertet: Kaum eine Schule in Berlin hat es auf dem Weg zum digitalen Klassenzimmer so weit gebracht wie die Spandauer Wilhelm-Maybach-Realschule.

Zu ihrer Erfolgsgeschichte gehört, dass bereits 1981 aus Elternspenden ein Apple-Computer angeschafft und das Wahlpflichtfach Mathematik/Informatik eingeführt wurde. Heute sind 150 PCs und Laptops im Einsatz. Zusätzlich sind alle Unterrichtsräume mit elektronischen Tafeln bestückt. Dazu kommt als Pilotprojekt ein digitales Informationssystem für Lehrer und Schüler mit elektronischem Vertretungsplan und ständig aktualisierter Power-Point-Präsentation mit Bildern aus dem Schulalltag.

Gerade hat die Maybach-Schule zwei nationale und zwei europäische Qualitätssiegel für eTwinning-Projekte erhalten, bei denen Bildungsstätten international kooperieren. Aber nicht nur im Unterricht sitzen die Schüler am PC. Im „Freien Lernort“ stehen ihnen 14 Rechner zur Verfügung, um auch nach Unterrichtsschluss zu recherchieren oder Hausarbeiten am PC zu machen. Ausstattung und Vernetzung kosteten rund 180 000 Euro, darunter 125 000 Euro aus Lottogeldern. Die Realschule ist auch eine von etwa 40 Berliner Bildungsstätten, die sich am „Roberta“-Projekt beteiligen. Um den Anteil von Frauen in technischen Disziplinen zu fördern, werden überwiegend von Schülerinnen Lego-Mindstorm-Roboter konstruiert und so programmiert, dass sie sich sensorengesteuert zum Rhythmus von Musik bewegen.Rainer W. During

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