Familienbeirat : Internet-Aktion für familienfreundlichere Stadt

Ab sofort werben Plakate für eine Internet-Aktion des Familienbeirats. Wir waren beim Fotoshooting dabei.

Anne Gonschorek
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Plakatiert. Anke Böhnke wirbt mit ihrem Sohn für die Aktion des Beirats. Foto: promo

Die achtjährige Lili inspiziert die langen Flure des Beisheim Centers am Potsdamer Platz. Hier will der Berliner Familienbeirat Plakatmotive für seine neue Kampagne fotografieren. Seit dem gestrigen Montag ist Lilis Familie nun auf den stadtweit gehängten Werbeplakaten zu sehen.

Der Beirat ist ein Gremium, das sich für die Interessen von Familien einsetzt. Die Plakate sollen für eine Diskussionsplattform im Internet werben: Den sogenannten Online-Dialog, der am Montag kommender Woche startet und für den der Tagesspiegel Medienpartner ist. Dort können Eltern diskutieren, wie familienfreundlich die Stadt ist und wo noch nachgebessert werden kann.Die Ergebnisse fließen in den Familienbericht ein, der im Herbst dem Senat übergeben wird. „Bei diesem Thema gibt es noch viel zu tun“, sagt Lilis Vater Olaf Böhnke.

Eine Make-Up-Artistin bittet die fünf Böhnkes zunächst in die Maske. Während Olaf Böhnke, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag, geschminkt wird, berichtet die 40-jährige Anke Böhnke, die als Gynäkologin arbeitet, von den Herausforderungen im Alltag der fünfköpfigen Steglitzer Familie. „Unser Leben ist schon sehr durchgeplant“, sagt sie. Während der 18 Monate alte Jonathan in die musikalische Früherziehung gebracht wird, spielt Lili Violine. Ihre zwölfjährige Schwester Leonie hat Querflötenunterricht. Beide Mädchen besuchen die Nelson-Mandela-Schule, auf der bilingual deutsch-englisch unterrichtet wird. Den Eltern gefällt, dass es in der Stadt so viele Betreuungsmöglichkeiten für Kinder gibt. Problematisch findet Anke Böhnke, dass in Parks und auf den Straßen so viele Hundehaufen liegen – besonders mit dem Kleinen müsse man da auf der Hut sein. Und nicht ganz einfach seien auch die vielen Reformen an den Schulen. Vor der Kamera hat Familie Böhnke sichtlich Spaß: Jonathan nimmt das Handy seines Vaters als Requisite, und auch Lili, die zuerst ein wenig nervös war, lässt sich von der guten Laune der anderen anstecken. Auf die Plakate geschafft hat es schließlich ein Motiv, auf dem Anke Böhnke mit ihrem Sohn auf dem Arm vor einem Rednerpult steht: Berliner Familien sollen mitreden. Böhnke gefällt das Bild: „Auch beim Online-Dialog werden wir mitdiskutieren“, sagt sie.Anne Gonschorek

Um den Familienbericht für den Senat zu erstellen, will der Beirat mit Experten sprechen – den Familien. Vom 19. April bis zum 18. Mai können Eltern und Kinder deshalb im Internet diskutieren, wie die Stadt familienfreundlicher werden kann: www. zusammenleben-in-berlin.de

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