Kolumne : Kurz vor ACHT: Die Kunst der Schulleitung

Susanne Vieth-Entus

Wenn eine Schule einen schlechten Leiter hat, dann ist das verheerend. Dann müssen alle leiden – von den Schülern bis zu den Eltern. Und die Lehrer haben es noch schwerer, weil sie unter Umständen bis zu ihrer eigenen Pensionierung mit den verfehlten Entscheidungen oder der schlechten Menschenführung ihres Vorgesetzten zu tun haben.

Dann aber gibt es noch einen weiteren Problemfall, und der tritt dann ein, wenn ein starker Direktor in den Ruhestand geht und eine gut aufgestellte Schule hinterlässt: Hier legen Eltern, Schüler und Lehrer eine hohe Messlatte an bei der Nachfolge.

Der Schulverwaltung fällt es mitunter schwer, diese Erwartungen zu erfüllen, denn erstens gibt es nicht viele geeignete Anwärter in der Stadt, und zweitens muss die Verwaltung mitunter Schulleiter oder Schulräte mit einem Posten versorgen, die aus irgendwelchen Gründen eine neue Aufgabe suchen. So kann es passieren, dass es zwar einen guten Anwärter gäbe, der aber nicht genommen werden kann, weil ein Konkurrent „laufbahnrechtlich“ die Nase vorn hat.

Das ist aber noch nicht alles, was einer Schule widerfahren kann: Wie einem schon nach kurzer Zeit sein Wunsch-Direktor genommen wird, musste jetzt die Marienfelder Gustav-Heinemann-Schule erleben: Wegen „Verfahrensfehlern bei der Begründung der Auswahlentscheidung“ erklärte das Verwaltungsgericht die jüngste Stellenbesetzung für ungültig. Wer aber haftet für ein derartiges Desaster? Die zuständigen Verwaltungsbeamten wahrscheinlich nicht. Sicher ist nur: Die Schule hat das Nachsehen. Wie in allen anderen Fällen auch. sve

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