Kurz vor ACHT : Warnung vor Verklärung

Die Schule hat begonnen – mit verstopften Straßen und müden Gesichtern, aber auch mit guten Vorsätzen, den Neuanfang zu nutzen. Die Erstklässler kommen erst an diesem Sonnabend hinzu, aber die Neuen an den Oberschulen sind schon da und fremdeln noch ein bisschen und fragen sich vielleicht, ob ihre Eltern wirklich die richtige Schule ausgesucht haben.

Schließlich ist ihnen nicht verborgen geblieben, welches Kopfzerbrechen die Schulwahl gekostet hat, und nicht wenige Schüler mussten die Erfahrung machen, dass die BVG-Verbindung letztlich den Ausschlag für oder gegen ihre Chancen an der begehrten Schule gegeben hat. Viele Eltern haben Widersprüche eingelegt und warten jetzt bange auf die Entscheidung der Gerichte.

Man sollte sich das merken – dieses Gezerre um die Schulwahl. Man sollte sich merken, dass wieder hunderte oder tausende Eltern zum Schein oder tatsächlich umgezogen sind, um ihre Chancen an der Wunschschule zu erhöhen. Man sollte sich merken, dass wieder Unmengen von Kindern nur deshalb chancenlos waren, weil ihre Eltern in den verwirrenden Bewerbungsbögen der Schulen ein Kreuzchen falsch gesetzt haben. Man sollte sich das merken, damit man übernächstes Jahr, wenn das Losverfahren für begehrte Schulen kommt, nicht behauptet, dass „früher“ alles besser gewesen sei. Nicht umsonst hat Landeselternsprecher André Schindler einigermaßen enttäuscht reagiert, als Bildungssenator Zöllner jetzt angekündigt hat, dass das bisherige Verfahren noch ein Jahr länger gilt als bisher angenommen. sve

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