Schule : Drei Viertel der Berliner gegen Losquote an Gymnasien

Die Berliner lehnen mehrheitlich das vom Senat geplante Losverfahren an Gymnasien ab. Kritiker fordern bereits eine Korrektur und sprechen von einem "Schlag ins Gesicht" des Regierenden Bürgermeisters Wowereit.

Fast drei Viertel der Berliner lehnen laut einer Umfrage das vom Senat geplante Losverfahren für Gymnasien ab. Demnach sprachen sich 71,3 Prozent der befragten Hauptstädter dagegen aus, dass im Falle von zu vielen Bewerbern 30 Prozent der Plätze per Losverfahren zugeteilt werden, wie der Wirtschaftsrat Berlin-Brandenburg als Auftraggeber der Studie am Freitag mitteilte.

Laut den Ergebnissen der bundesweiten Erhebung ist die Kritik an der geplanten Regelung aber nicht nur in Berlin groß. So lag die Ablehnungsquote in Schleswig-Holstein mit 90 Prozent sogar noch höher, in allen anderen Bundesländern - vom Saarland und Hamburg abgesehen - lag sie ebenfalls bei mehr als 70 Prozent. Ähnliche Werte ergaben sich auch bei der Aufschlüsselung nach dem Bildungsabschluss.

FDP-Anhänger halten am wenigsten von den Plänen

Die Pläne werden von den Anhängern verschiedener politischer Richtungen abgelehnt. Besonders häufig sprachen sich die Anhänger von FDP (82,8 Prozent) und Linken (82,2 Prozent) gegen das Losverfahren aus - die SPD-Anhänger waren noch am ehesten dafür. Aber auch bei ihnen lag die Ablehnungsquote bei fast 70 Prozent.

Der Vorsitzende des Wirtschaftsrates Berlin-Brandenburg, Claus-Peter Martens, forderte angesichts der Umfragewerte eine Korrektur der Beschlüsse des rot-roten Senats. Die Ergebnisse seien ein "Schlag ins Gesicht" für den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und Bildungssenator Jürgen Zöllner (beide SPD), sagte er.

Für die repräsentative Studie wurden 1011 Personen befragt. (ho/ddp)

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