Der dritte Mann : Ersatz statt Pilot: Heidfeld zu Mercedes

"Ich will Weltmeister werden." Das hatte der Formel-1-Pilot Nick Heidfeld noch im Dezember verkündet; dabei wusste er es zu diesem Zeitpunkt selbst wohl schon besser.

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Nick Heidfeld -Foto: dpa

Berlin - Nick Heidfelds Ziel, nach 168 sieglosen Formel-1-Rennen in zehn Jahren den Titel oder auch nur einen Grand Prix zu gewinnen, ist seit Donnerstag in weite Ferne gerückt. Der 32-Jährige unterschrieb beim neuen Mercedes-Team einen Vertrag als Test- und Ersatzfahrer für die beiden Rennpiloten Michael Schumacher und Nico Rosberg.

Er sei stolz, zum Silberpfeil-Team zu gehören, erklärte Heidfeld, aber „natürlich wäre mir ein Platz als aktiver Fahrer lieber gewesen“. Dabei hatte sich der Mönchengladbacher jedoch verspekuliert: Er hatte es auf eines der freien Cockpits bei McLaren und Mercedes abgesehen, die ihm dann Weltmeister Jenson Button und Wiedereinsteiger Schumacher vor der Nase wegschnappten. Andere Optionen wie ein Engagement beim Neuling Lotus hatte Heidfeld in der Zwischenzeit verstreichen lassen. Und weil er auch bei Sauber, wo er seit 2006 fuhr, nach dem BMW-Ausstieg nicht mehr erwünscht war, blieb ihm keine andere Wahl mehr als der zähneknirschende Abstieg zum dritten Piloten bei Mercedes.

Wenn keiner der Stammfahrer ausfällt, dürften sich Heidfelds Einsätze dabei allerdings in Grenzen halten. Die Testfahrten vor Saisonbeginn sind streng limitiert – die nächste Chance bietet sich kommende Woche in Jerez – und danach sogar ganz verboten. Teamchef Ross Brawn nannte seinen dritten deutschen Piloten dennoch „eine weitere Verstärkung. Ich bin sicher, dass er zur Entwicklung unseres MGP W01 einen Beitrag leisten wird.“ Schaden kann die Expertise des erfahrenen Autoentwicklers Heidfeld jedenfalls nicht. Bei den Tests in Valencia war der Mercedes eine Sekunde pro Runde langsamer als Spitzenreiter Ferrari. Schumacher sieht sein Team deswegen bereits „leicht im Hintertreffen“. Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug tritt auf die Hype-Bremse: Niemand solle erwarten, dass Mercedes „ein Siegesabonnement“ habe. 

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