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Michael Schumacher : Vollgas bis zum Schluss

08.10.2012 00:00 Uhrvon
Oldtimer: Michael Schumacher auf einer seiner letzten Runden.Bild vergrößern
Oldtimer: Michael Schumacher auf einer seiner letzten Runden. - Foto: dapd

Locker ausrollen? Nicht mit Michael Schumacher: Die scheidende Formel-1-Legende kämpft sich beim Rennen im japanischen Suzuka auf Rang elf vor.

Es kommt selten vor, dass der Elftplatzierte eines Formel-1-Rennens ebenso viel Beachtung findet wie der Sieger. Doch am Sonntag richteten sich die Augen in Suzuka nicht nur auf Sebastian Vettel, sondern auch auf Michael Schumacher. Die Rücktrittserklärung am Donnerstag hatte den Hype um den Rekordweltmeister in Japan erst noch einmal so richtig angeheizt. Noch viel extremer als sonst wurde der scheidende Mercedes-Pilot auf Schritt und Tritt verfolgt, von Kameras und Mikrofonen, aber auch von den enthusiastischen Fans, die in Suzuka allgegenwärtig sind.

Auch am Freitagnachmittag im eigentlich unbedeutenden freien Training ging es vor der Mercedes-Box drunter und drüber. Alle warteten auf Schumachers Rückkehr vom Medizincheck, den er nach seinem Trainingsunfall antreten musste. Fotografen und Kameraleute bauten in der knappen halben Stunde Wartezeit Podeste und Leitern in Dreierreihen auf, um eine bessere Sicht zu haben. Dass es keinen Einsturz und Verletzte gab, grenzte schon fast an ein Wunder. Als Schumacher endlich kam, konnte er sich ein Lächeln nicht verkneifen. Wo er früher ohne Gefühlsregung vorbeigehuscht wäre, schien er sich diesmal nicht nur über den Trubel zu amüsieren, sondern ihn sogar zu genießen.

Schumachers Abschied von seiner Lieblingsstrecke Suzuka zeigte auch: Der 43-Jährige hat nicht vor, seine letzten Rennen nur noch irgendwie über die Bühne zu bringen. Oder gar vorzeitig aufhören, wie ihm Formel-1-Boss Bernie Ecclestone riet. Sein Konkurrent und Freund Sebastian Vettel stellte fest: „Er greift voll an wie immer, wie er das auch die ganze letzte Zeit schon gemacht hat.“ Dass seine Batterie mitnichten „im roten Bereich“ ist, wie er es bei seiner Abschiedserklärung von einem Zettel abgelesen hatte, zeigte nicht nur der Crash am Freitag, sondern auch der harte Einsatz, mit dem Schumacher auch am Samstag im Training zu Werke ging. Einmal fuhr er Jenson Button vors Auto, gleich zweimal sogar ausgerechnet Vettel. Der hatte ihn im Laufe des Wochenendes immer wieder verteidigt und festgestellt: „Ihm ist in den letzten drei Jahren auch viel Unrecht getan worden – die Medien haben ganz schön draufgehauen.“

In Suzuka aber war auch Vettel erst einmal wenig amüsiert über Schumachers Fahrweise. Etwas später war er seinem Kindheitsidol aber schon wieder freundlich gesonnen. „Das ist nicht so wild“, sagte er, „natürlich ärgert man sich im ersten Moment, aber es kommt halt schon mal vor, dass man sich gegenseitig ein bisschen im Weg steht.“

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