Dozenten aus dem Ausland : „Uns verbindet die Physik“

Physikprofessorin Ana-Nicoleta Bondar stammt aus Rumänien, forschte in den Vereinigten Staaten und lehrt seit 2010 an der Freien Universität.

Nina Diezemann
Berlin habe eine einzigartige Wissenschaftsszene, sagt Ana-Nicoleta Bondar. Foto: Michael Fahrig
Berlin habe eine einzigartige Wissenschaftsszene, sagt Ana-Nicoleta Bondar.Foto: Michael Fahrig

Die gebürtige Rumänin Ana-Nicoleta Bondar promovierte in Heidelberg und forschte dort sowie an der University of California, Irvine. Seit sechs Jahren ist sie Professorin für Theoretische Molekulare Biophysik an der Freien Universität Berlin.

Auch wenn Bondar noch lieber Englisch spricht als Deutsch: In Berlin fühlt sie sich zu Hause. So liest sie zum Beispiel die Bücher eines ihrer Lieblingsschriftsteller, Hans Fallada, auf Deutsch. Dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern zusammenarbeiten, gehört für sie zum Alltag, auch in ihrer Arbeitsgruppe seien zwei Doktoranden aus dem Ausland: „Uns verbindet die Physik.“

„Auf Deutsch zu lehren, war am Anfang eine Herausforderung“, sagt Ana-Nicoleta Bondar. Bei ihrer ersten Lehrveranstaltung auf Deutsch habe sie selbst viel gelernt, schon bei der Vorbereitung, aber auch während des Kurses: Wenn ihr nur das englische Wort einfiel, zum Beispiel in der Differentialrechnung „derivative“ – auf Deutsch „Ableitung“ – halfen ihr ihre Studierenden weiter: „Sie waren sehr geduldig, als ihre Dozentin noch lernen musste, auf Deutsch zu lehren“ sagt sie.

Die Anekdote spricht auch für das offene Klima am Institut, den Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden, den Bondar schätzt: Berlin habe eine absolut einzigartige Wissenschaftsszene, sagt die Physikerin, deshalb kämen auch die Studierenden früh mit der allerneuesten Forschung in Kontakt. Forschungsorientierte Lehre sei hier wichtig.

Besonders gerne unterrichte sie ein Seminar gemeinsam mit einem Kollegen, der auf anderen Feldern Experte ist: „Ein brandheißes Forschungsproblem in der Biophysik aus verschiedenen Perspektiven betrachten – aus theoretischer und experimenteller Sicht – so lernt man interdisziplinäres Arbeiten.“ Das sei eine „phantastische Idee“ und für sie in Berlin eine ganz neue Erfahrung gewesen.

Die Sprache sei dabei nicht so wichtig: „Physik ist Physik, ob man es in Deutschland, Rumänien oder Amerika studiert.“ Ihre wirkliche Herausforderung sei, es „die Kurse immer wieder anzupassen, um eine neue Studierendengeneration für die Naturwissenschaft zu begeistern.“

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