Forschung : Mitdenken erwünscht!

Mit dem Programm "Forschungsorientierte Lehre" an der Freien Universität Berlin können Studierende aktiv an Forschungsprozessen teilnehmen.

Marina Kosmalla
Der Campus der Freien Universität aus der Luft: Das Programm "Forschungsorientierte Lehre" weitet den Blick der jungen Wissenschaftler.
Der Campus der Freien Universität aus der Luft: Das Programm "Forschungsorientierte Lehre" weitet den Blick der jungen...Foto: Freie Universität Berlin

„Bei uns haben sowohl die Studierenden als auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom FoL-Programm profitiert“, sagt Kristiane Hasselmann, Wissenschaftliche Geschäftsführerin des DFG geförderten Sonderforschungsbereichs 980 „Episteme in Bewegung. Wissenstransfer von der Alten Welt bis in die Frühe Neuzeit“. Der SFB startete zum Wintersemester 2013/2014 – gemeinsam mit der Focus Area „Disease in Human Aging: Dynamics at the Level of Molecules, Individuals, and Society“ - Pilotprojekte für „Forschungsorientierte Lehre“ (FoL).

Das FoL-Programm ermöglicht Master-Studierenden, nicht nur aktuelle Forschung aus nächster Nähe zu beobachten, sondern auch eigene Forschungsfragen zu entwickeln, zu bearbeiten und so Forschungskompetenzen zu erwerben. Es ist Teil des Zukunftskonzepts, mit dem die Freie Universität in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder 2007 und 2012 erfolgreich war. Ziel ist es, die Verknüpfung von Spitzenforschung und Lehre an der Hochschule zu intensivieren und nachhaltig zu sichern.

Über das FoL-Programm erhalten Studierende einen Einblick in die Arbeit großer Drittmittelprojekte, wie Sonderforschungsbereiche oder Focus Areas, die interdisziplinäre Forschungsschwerpunkte der Freien Universität verkörpern. Das Programm wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Forschungsfragen entwickeln

„Die Lehrangebote des SFB wurden von den Studierenden sehr positiv aufgenommen“, sagt Kristiane Hasselmann. Die Studierenden wurden im Rahmen von Forschungspraktika in die Teilprojekte integriert, konnten an den Kolloquien und Arbeitsgruppentreffen teilnehmen und praktisch erfahren, wie Verbundforschung funktioniert, was aktuelle Forschungsfragen sind, wie sie sich generieren und wie sie bearbeitet werden.

So konnten sie sich beispielsweise mit Bildern der Seele in Spätantike und Renaissance beschäftigen oder mit Magie und Wissen in der Mittelalterlichen Dichtung. Teilweise haben die Studierenden selbst eine Forschungsfrage entwickelt und ihre Ergebnisse präsentiert.

„Für unsere Forschungsverbundmitglieder ist es wiederum interessant, mit ihrer Forschung direkt an die Studierenden herantreten zu können, ihre Themen zu vermitteln und sie für ihre Forschungsfragen zu begeistern“, sagt Hasselmann. Daher sei die Bereitschaft bei den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sehr groß, FoL-Projekte zu übernehmen – auch wenn es zuweilen mit erhöhtem Aufwand verbunden sei.

Programm wird ausgeweitet

„Um die Systematisierung der FoL-Initiativen an der Freien Universität zu unterstützen, wurde am Arbeitsbereich Schulpädagogik/Schulentwicklungsforschung unter der Leitung von Professorin Felicitas Thiel ein allgemeines, fachübergreifendes Kompetenzmodell entwickelt, das sich an der Logik des Forschungsprozesses orientiert“, erklärt Franziska Böttcher, Koordinatorin des FoL-Programms. Das Modell unterscheidet die vier Bereiche Recherche-, Methoden-, Reflexions- und Kommunikationskompetenzen sowie die Dimension fachliches Wissen. Auf dieser Grundlage wurde der „Fragebogen zur Erfassung studentischer Forschungskompetenzen“ entwickelt, mit dem die FoL-Projekte evaluiert werden.

Wegen der guten Erfahrungen wird das FoL-Programm nun auf weitere Bereiche ausgeweitet. Auch die Focus Areas „Center for Area Studies“ und „NanoScale“ werden ab diesem Wintersemester Veranstaltungen anbieten.

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