Lange Nacht am Konfuzius-Institut : Für eine Nacht ins Reich der Mitte

Kung Fu und Kalligrafie – China und Korea hautnah erleben können Besucher der Langen Nacht der Wissenschaften an der Freien Universität.

Jonas Huggins
Spektakulär und meditativ: Beim Shaolin-Kung-Fu geht es nicht nur um Tritte und Griffe, sondern auch um innere Ruhe.
Spektakulär und meditativ: Beim Shaolin-Kung-Fu geht es nicht nur um Tritte und Griffe, sondern auch um innere Ruhe.Foto: David Ausserhofer

Viele Jahrhunderte Tradition stecken in der Kampfkunst der buddhistischen Shaolin-Mönche. Heute ist Shaolin Kung Fu weltweit bekannt für seine beeindruckende Akrobatik und Philosophie der Ausgeglichenheit. Zweimal präsentiert das Show-Team des Shaolin Tempel Deutschland während der Langen Nacht der Wissenschaften ihre Fertigkeiten vor Publikum: Um 19.30 Uhr vor der „Holzlaube“ (Fabeckstraße 23/25), sowie schon um 17.30 Uhr am Konfuzius-Institut (Goßlerstraße 2-4).

Das Konfuzius-Institut lädt unter dem Motto „Glück in China“ auch auf eine Reise in den fernen Osten ein: Eine Bilderausstellung aus der Stadt Weifang zeigt, wie Glück beim chinesischen Neujahrsfest symbolisiert wird – mit Kindern, Fischen, Hähnen und Elstern. Neugierige können einen Schnupperkurs Chinesisch belegen (18 und 19 Uhr für Kinder, 20 und 20.15 Uhr für Erwachsene) und ihren Namen auf Chinesisch schreiben lernen (18.30 und 19.30 Uhr). In Mitmachkursen können Qi Gong (18 Uhr) und Taiji (18.30 Uhr) ausprobiert werden. Die Kunst des schönen Schreibens bringt ein Kalligrafie-Workshop näher (18 Uhr). Anschließend können sich Kreative an chinesischer Tuschmalerei versuchen (19.30 und 21 Uhr, alle Veranstaltungen in der Goßlerstraße 2-4, Busroute orange).

Für viele auch eine Quelle des Glücks ist Tee. Die richtige Zubereitung ist aber eine Wissenschaft für sich. Kleine Kannen und Tassen, mehrere Aufgüsse in einer genau abgestimmten Zeitfolge machen die Zeremonie zu einem Erlebnis. Besucher des Konfuzius-Instituts können mehr über den Anbau und die Verarbeitung der verschiedenen Teesorten erfahren und den frisch aufgegossenen Tee gleich verkosten (20 Uhr).

Hong Gil-Dong war ein koreanischer Robin Hood

Ein breites Forschungsprogramm zu China gibt es am Institut für Sinologie der Freien Universität in der Fabeckstraße 23/25, von Kultur und Sprache bis hin zu Geschichte und Politik. Während der Langen Nacht der Wissenschaften beleuchtet eine Ausstellung, die im Rahmen eines Projektseminars entstanden ist, den Alltag von Juristen in China. Sie macht die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem chinesischen Rechtssystem deutlich. Auf eine besonders kurzweilige Weise stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre aktuellen Forschungsthemen vor: Petscha Kutscha heißt das Format, das Vorträge auf 20 Präsentationsfolien und 20 Sekunden pro Folie beschränkt. Die Themen reichen von Urbanisierung über Umweltproteste und Sprachwissenschaft bis hin zu Religion in China (19 Uhr, Goßlerstraße 2-4).

Die Geschichte klingt vertraut: Ein heldenhafter Dieb nimmt von den Adeligen und gibt es den Bedürftigen. Es geht jedoch nicht um Robin Hood, sondern um den verblüffend ähnlichen Hong Gil-Dong, der zu den einflussreichsten Figuren der koreanischen Literatur zählt. Am Institut für Korea-Studien der Freien Universität wird die Geschichte zum Leben erweckt: Zweimal führen Studierende des Instituts ein selbstgeschriebenes Theaterstück auf, das von Hong Gil-Dongs Taten erzählt (17.15 Uhr in der Fabeckstraße 7, Busrouten: gelb, blau; 18.15 Uhr auf dem Vorplatz der Holzlaube, Fabeckstraße 23/25).

Der koreanischen Halbinsel können sich die Lange-Nacht-Schwärmer auch sprachlich und kulinarisch nähern: Ein Sprachkurs gibt einen Einblick in die koreanische Sprache und Hangul, das koreanische Alphabet (ab 18 Uhr). Wie man Kimbab – in Seetang gewickelte Reisbällchen – herstellt und was sie von Sushi unterscheidet, erfahren Neugierige in einem Koch-Crashkurs (ab 20 Uhr, beides Fabeckstraße 7).

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