Lange Nacht der Wissenschaften an der Freien Universität : Hieroglyphen und Keilschrift

Für die Lange Nacht der Wissenschaften 2016 haben sich die Institute und Seminare für Ägyptologie, Altorientalistik, Koreastudien sowie Semitistik und Arabistik zusammengetan und bieten in der „Schreiberschule“, Fabeckstraße 23/25, von 17.00 bis 22.00 Uhr ein umfangreiches Programm für Groß und Klein.

Marina Kosmalla
In Ton geschrieben: Bei der Langen Nacht der Wissenschaften können sich Besucherinnen und Besucher in Keilschrift üben.
In Ton geschrieben: Bei der Langen Nacht der Wissenschaften können sich Besucherinnen und Besucher in Keilschrift üben.Foto: Stephan Töpper

Die Besucherinnen und Besucher können einen Einblick in die Geschichte des Schreibens gewinnen – von den Anfängen im 4. Jahrtausend v. Chr. bis zur Moderne, von altägyptischen Hieroglyphen und mesopotamischer Keilschrift, der ältesten Schrift der Menschheit, bis hin zur koreanischen Buchstabenschrift, von Koptisch, der Sprache und Schrift der Christen in Ägypten, über Hebräisch, Aramäisch, Syrisch und Äthiopisch bis hin zu Arabisch. Außerdem können sie selbst Griffel, Binse, Pinsel und Feder in die Hand nehmen und auf Papier, Ton oder Papyrus den eigenen Namen in den verschiedenen Schriften verewigen.

Um Sprache, Zeichen und Bilder geht es auch am Konfuzius-Institut an der Freien Universität in der Goßlerstraße 2–4, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert. In verschiedenen Workshops sehen Interessierte, wie in der chinesischen Tuschmalerei Pflanzen, Blüten und kleine Tiere mit wenigen Pinselstrichen auf das Reispapier gezaubert werden, und können es, je nach Teilnehmerzahl, selbst ausprobieren (18.30 bis 19.00 Uhr). Das Gleiche gilt für die mit Pinsel schwungvoll zu Papier gebrachten Zeichen der chinesischen Kalligrafie (19.30 und 20.45 Uhr). Vielleicht als Andenken den eigenen Namen in chinesischen Schriftzeichen mit nach Hause nehmen?

Eine wissenschaftliche Zeichnerin zeigt, wie die Strukturen von Fossilien erfasst werden

Auch in den Naturwissenschaften bleibt das Zeichnen von Hand trotz der heutigen Foto- und Bildbearbeitungstechniken unerlässlich, um komplexe Inhalte visuell zu vermitteln. Am Institut für Geologische Wissenschaften in Lankwitz, Malteserstraße 74–100, zeigt eine wissenschaftliche Zeichnerin, wie die Strukturen verschiedener Fossilien erfasst werden (17.30 und 19.30 Uhr). In einem zweiten Schritt werden Zeichentechniken mit Bleistift, Tusche und Zeichenfeder erläutert und ausprobiert. Fragen zur Lebenswelt und Präparation dieser Fossilien beantwortet eine Präparatorin.

Informationsmedium, Kulturgut und oft sogar ein kleines Kunstwerk: Von der Schönheit des Buches, seiner beruflichen Arbeit mit Büchern und der besonderen Beziehung, die sich daraus entwickeln kann, berichtet der Berliner Buchbinder und Restaurator Horst Zeman in der Campusbibliothek in der Fabeckstraße 23/25 (17.00 bis 18.00 Uhr). Die neue Campusbibliothek ist nun schon ein ganzes Jahr in Betrieb. Zur „klügsten Nacht des Jahres“ können Besucherinnen und Besucher an verschiedenen Führungen durch das Gebäude teilnehmen (17.30, 18.00, 19.00 und 20.00 Uhr).

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