Lange Nacht der Wissenschaften an der Freien Universität : Live-Musik und römisches Essen

Vor der nächsten Runde Wissen ein wenig Entspannung? Das gelingt bei Jazz, Oud-Klängen und Köstlichkeiten aus Nah und Fern

Marina Kosmalla
Die Uni Bigband Berlin spielt in den Kolonnaden in der Fabeckstraße für die Besucher auf.
Die Uni Bigband Berlin spielt in den Kolonnaden in der Fabeckstraße für die Besucher auf.Foto: Bernd Wannenmacher

Wer Lust auf eine musikalische Entdeckungsreise hat, ist in Dahlem genau richtig. Das Seminar für Semitistik und Arabistik stellt eines der angesehensten Instrumente der arabischen Welt vor: die arabische Oud, eine Kurzhalslaute. Ihre Tradition reicht bis in das 9. Jahrhundert zurück; sie gilt als Vorläuferin der europäischen Laute, die auch dem Namen nach von ihr abstammt. In der Fabeckstraße 23/25 sind von 21.30 bis 22.00 Uhr Proben verschiedener Stile klassischer und moderner orientalischer Musik zu hören.

Ins Byzantinische Reich führt das musikalische Programm des Instituts für Griechische und Lateinische Philologie. In der Habelschwerdter Allee 45 werden byzantinische Hymnen erklingen und die orthodoxe Kirchenmusik des Oströmischen Reiches in Vorträgen erklärt (19.00 bis 20.00 Uhr).

Wie facettenreich Jazzmusik sein kann, zeigen Igor Omelchuk und das Duo Voyage, die in den Kolonnaden der Holzlaube, Fabeckstraße 23/25, mehrfach zu hören sein werden. Das Jazzduo aus Berlin spielt mit Saxofon und Kontrabass eine Mischung aus Jazzklassikern von Frank Sinatra bis Sonny Rollins, dazu Bossa Novas und Soulklassiker unter anderem von A. C. Jobim und James Brown. Igor Omelchuks Instrument hat 226 Knöpfe. Mit seinem Akkordeon verbindet der russische Musiker französische Musette, argentinischen Tango und Jazz zu einer neuen musikalischen Synthese. Eine Kombination aus klassischen und jazzigen Akkorden zeichnet seinen Stil aus.

Das Collegium Musicum ist eine Einrichtung der Freien Universität und der Technischen Universität Berlin. Die Mitglieder sind Studierende aller Fachrichtungen, die sich in ihrer Freizeit der Musik widmen. In der Langen Nacht der Wissenschaften treten an der Freien Universität zwei der fünf Ensembles auf: die Uni Bigband Berlin sowie der Kammerchor. Der Kammerchor gibt am beliebten Brunnen im Altbau der Campusbibliothek ein A-cappella-Konzert (21.00 bis 21.30 Uhr). Die Bigband – das jüngste Ensemble des Collegium Musicum und die erste Bigband an den Berliner Universitäten überhaupt – tritt ebenfalls in den Kolonnaden in der Fabeckstraße 23/25 auf (17.30 bis 18.00 Uhr und 20.15 bis 20.45 Uhr). Hier wird zwischen 20.15 und 20.45 Uhr auch der Pop-Chor des Studentenwerks, UNITÄT Berlin, zu hören sein. Die musikbegeisterten Studenten greifen auf ein Repertoire aus Pop und jazzigen Untertönen zurück.

Vom Mesopotamien-Wrap zur antiken Speise

Köstlichkeiten aus nahen und fernen Ländern können während der Langen Nacht der Wissenschaften an verschiedenen Orten auf dem Dahlemer Campus probiert werden. Im und um den Gebäudekomplex zwischen Habelschwerdter Allee 45 und Fabeckstraße 23/25 finden sich gleich mehrere gastronomische Angebote: Italienische Spezialitäten bietet das Ristorante Galileo an, einen Mesopotamien-Wrap sowie weitere kulturbezogene gerollte Fladenbrote bereitet die Firma eßkultur zu, die seit Oktober 2001 im Museumskomplex Dahlem die Ausstellungen mit passenden Speisen und Getränken begleitet. Erstmalig steht der Food-Truck von Bunsmobile an der Freien Universität. Hier können frisch zubereitete Burger und Sandwiches bestellt werden. Grillfans kommen unter anderem an der Habelschwerdter Allee 45 und am Fachbereich Physik in der Arnimallee 14 auf ihre Kosten.

Natürlich wird das Thema während der Langen Nacht auch wissenschaftlich betrachtet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Klassische Archäologie in der Hittorfstraße 18 beschäftigen sich unter dem Motto „Essen wie ein Römer“ (17.00 bis 23.00 Uhr) damit, wie im alten Rom gekocht wurde und wie die Menschen Lebensmittel produzierten. Feinschmecker können hier nach antiken Rezepten zubereitete Speisen kosten.

Über traditionelles koreanisches Essen und die Trinkkultur des ostasiatischen Landes informiert das Institut für Koreastudien in der Fabeckstraße 7. In einem Kimbap-Crashkurs (20.00 bis 20.45 Uhr) lernen Interessierte, wie man die in Seetangblätter gewickelten Reisröllchen herstellt. Weiter führt die kulinarische Reise nach Lateinamerika. Sabine Hueck und das Team des Ateliers Culinário zeigen am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin in der Rüdesheimer Straße 54–56 auf einem kleinen Kochworkshop mit Verkostung (19.00 bis 21.00 Uhr), welche kulinarischen Kombinationen aus Zutaten und Kochtraditionen aus aller Welt entstehen können. Auch Vegetarier und Veganer müssen nicht hungrig nach Hause gehen.

Was man aus Neophyten – nichtheimischen, eingebürgerten Pflanzen – kochen kann und was man damit gleichzeitig für die Umwelt tut, zeigen die Biologen in der Dahlemer Königin- Luise-Straße 12–16 (17.00 bis 0.00 Uhr). Ein Fass auf macht das Friedrich-Meinecke-Institut für Geschichte mit Unterstützung des Marzahner Börsenbräu. Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums des deutschen Reinheitsgebots können sich die Besucher auf eine prickelnde Zeitreise durch die Geschichte des Bieres begeben: mit Ausstellung in der Koserstraße 20 und Ausschank auf dem Vorplatz der Fabeckstraße 23/25.

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