Umweltschutzfibel für Schüler : Klimaschutz-Tipps für die Hosentasche

Praktisch, handlich, informativ: Forschungszentrum für Umweltpolitik entwickelt Fibel für junge Umweltschützer / Freie Universität lädt vom 9. bis 13. März zur SchülerUni.

Mona Muth
"Zu viel Wurst ist Käse! Wie Du mit Köpchen die Welt retten kannst" - so lautet der Titel der Fibel.
"Zu viel Wurst ist Käse! Wie Du mit Köpchen die Welt retten kannst" - so lautet der Titel der Fibel.Illustration: Julia Friese

Von morgens früh bis abends spät etwas für den Klimaschutz tun ist eigentlich ganz einfach. Auch für Schülerinnen und Schüler.

Wie das genau geht, verrät eine vom Forschungszentrum für Umweltpolitik (FFU) der Freien Universität Berlin konzipierte und gerade erschienene Broschüre: „Zu viel Wurst ist Käse! Wie Du mit Köpfchen die Welt retten kannst“ lautet der Titel des kleinen Heftchens im Pixi-Buch-Format. Die Klimaschutzfibel will eine praktische Begleiterin für die Fünft- und Sechstklässler sein, die vom 9. bis 13. März die „SchülerUni Nachhaltigkeit + Klimaschutz“ (SchülerUni) an der Freien Universität Berlin besuchen.

Zum 12. Mal öffnet die Freie Universität ihre Hörsäle, Seminarräume, Labore, zeigt die Wetterstation, die Solardächer, die Mensa und den Botanischen Garten und macht so wieder für rund 1500 zehn- bis dreizehnjährige Schülerinnen und Schüler mit vielen Mitmachaktionen erlebbar, was hinter den Begriffen Nachhaltigkeit und Klimaschutz steckt. Während des einwöchigen Programms der SchülerUni, die seit 2009 regelmäßig im Frühjahr und Herbst vom FFU angeboten wird, diskutieren die Fünft- und Sechstklässler in 70 Mitmach- und Kreativworkshops soziale, ökonomische, ökologische und kulturelle Aspekte nachhaltiger Entwicklung und suchen gemeinsam Lösungen für den Alltag.

Zugeschnitten auf die junge Zielgruppe will die Fibel vermitteln, „dass wir dem Klimawandel nicht ohnmächtig ausgeliefert sind, sondern das Klima mit kleinen Verhaltensänderungen positiv beeinflussen können", sagt Karola Braun Wanke, Koordinatorin der SchülerUni und Autorin der Fibel. „Was wir täglich einkaufen, welchen Strom wir nutzen und ob wir weniger Fleisch essen, wie lange wir die gekauften Produkte nutzen, wie wir sie entsorgen und verwerten“ – auf all das hätten die Verbraucher Einfluss. Und sie haben die Möglichkeit, kluge Verhaltensalternativen zu entwickeln. Fast zehn Jahre Erfahrung mit der SchülerUni zeigten, dass Kinder und Jugendliche authentische und damit die besten Multiplikatoren seien, sagt Karola Braun-Wanke. „Sie tragen ihre Erlebnisse und ihr Wissen oft eins zu eins nach Hause und animieren so häufig auch ihre Eltern zu einem klimafreundlichen Lebensstil.“

Die Berliner Kinderbuchillustratorin Julia Friese hat in enger Kooperation mit dem Forschungszentrum für Umweltpolitik zwölf humorvolle Illustrationen entwickelt, mit denen die Fibel bebildert ist. „Zu viel Wurst ist Käse“ steht beispielsweise auf den Protestplakaten einer etwas grimmig dreinschauenden Gruppe von Demonstranten, bestehend aus einer Kuh, einem Schwein und einem Schaf. Daneben der – aus tierischer Sicht nachvollziehbare – Vorschlag, mit Freunden oder Eltern öfter vegetarisch zu kochen.

„Vermeiden, reduzieren, wiederverwerten“ ist der Fibel-Vorschlag für den Wertstoff Müll. Neben Recycling wird „Upcycling“, also die Umwandlung von scheinbar wertlosen Abfallprodukten in neue Produkte, etwa in selbstgemachte Geschenke, vorgeschlagen.

Aber auch für den sorglosen Umgang mit Papier werden Handlungsalternativen aufgezeigt wie: „Beschreibe auch die Rückseite Deiner Blätter“ oder „Erst mal Kopf einschalten: Muss ich das eigentlich ausdrucken? Wenn ja, dann möglichst doppelseitig“. Klimaschutz beginne im Kopf, sagt Koordinatorin Braun-Wanke. In Anlehnung an das abgewandelte Zitat des französischen Schriftstellers Francis Picabia – „Der Kopf ist rund, damit Du beim Denken die Richtung ändern kannst“ – wolle die Klimaschutz-Fibel Kinder und Jugendliche anregen, durch „Nachdenken und kluge Kaufentscheidungen die Welt ein bisschen nachhaltiger zu gestalten.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar