Neuzugang bei den Füchsen : Sexy auf Halbrechts

Füchse holen den Isländer Alexander Petersson aus Flensburg. Der Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 2008 Wechselt im Sommer nach Berlin.

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Starker Neuzugang. Alexander Petersson (r.) beim EM-Spiel gegen Russland.Foto: AFP

Berlin - Es war die vorletzte Minute im EM-Spiel um Platz drei in Wien vor knapp zwei Wochen: Alexander Petersson überspurtete den einen Gegenstoß laufenden Polen Tomasz Tluczynski, spielte ihm regelkonform den Ball aus den Händen und verhinderte somit beim 28:26 den Anschlusstreffer. Im Gegenzug legten die Isländer noch einen Treffer drauf und konnten, nach Olympiasilber in Peking, mit Bronze einen weiteren großen Erfolg feiern. Füchse-Manager Bob Hanning beobachtete den Auftritt des 29-jährigen Linkshänders damals mit Genugtuung, aber zugleich auch mit Sorge. „Wir waren ja schon einige Zeit im Gespräch, aber seine starke Leistung rief nun auch andere Teams auf den Plan“, sagt er über die neue Situation. Er wollte Petersson für die neue Saison unbedingt verpflichten. Im Tagesspiegel-Interview im Januar hatte Hanning das bereits klar angedeutet: „Ein interessanter Spieler, der uns sehr weiterhelfen könnte.“

Gestern konnte er nun die erlösende Nachricht verbreiten, dass der gebürtige Lette, der mittlerweile 102 Länderspiele für Island bestritten hat, im Sommer von der SG Flensburg-Handewitt zu den Füchsen kommen wird. Eine erste Gratulation zu diesem Transfer erreichte die Füchse von seinem jetzigen Verein, gegen den die Berliner am kommen Mittwoch in der Schmeling-Halle spielen werden. „Die Mannschaft von Berlin gewinnt einen tollen Menschen und einen super Spieler“, sagt SG-Manager Ljubomir Vranjes. Damit haben die Füchse nach dem aufstrebenden deutschen Nationalspieler Sven-Sören Christophersen bereits den zweiten Klasse-Handballer neu verpflichtet.

Das bedeutet aber auch, dass der Holländer Mark Bult den Klub verlassen wird. Von Petersson, der vor allem halbrechts agieren soll, verspricht sich Trainer Dagur Sigurdsson „eine wesentliche Verstärkung des Angriffs“. Wie nötig das ist, wurde erst wieder beim 25:31 der Füchse am Dienstag im Bundesligaspiel beim TBV Lemgo deutlich. Sigurdsson kann nun nur hoffen, dass die Abwanderer Mark Bult, Kjetil Strand und Rico Göde für den Rest der Saison motiviert genug sind und dem Team noch helfen wollen.

Dass Alexander Petersson ein Spieler ist, der das Risiko nicht scheut, davon zeugt sein sportlicher Weg. Mit 18 Jahren war der 1,86 Meter große Rigaer vor allem wegen des Handballs nach Island ausgewandert. Er spielte bei Grotta KR, kam dann nach Deutschland zur HSG Düsseldorf, zum TV Großwallstadt und letztlich nach Flensburg. „Er ist ein torgefährlicher Spieler, der auch einen Blick für die Nebenleute hat“, beschreibt ihn Hanning, dem Petersson bereits bei der WM 2007 in Deutschland aufgefallen war. An die WM hat der Flensburger auch noch Erinnerungen, die nur mittelbar etwas mit Handball zu tun haben. „Ich bin dreimal zum ,Sexiest man of Iceland’ gewählt worden“, erzählt Petersson in einem Interview auf der Flensburger Homepage. „Eine Radiostation fing nach der WM damit an, junge isländische Hörer zu befragen, wen sie sexy finden. Da lag ich dann vorn, schließlich machte ein anderer Sender das nach und auch noch eine Zeitung. Da sah es nicht anders aus.“ Petersson ist also auch ein Spieler, der das Zeug zum Publikumsliebling hat.

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