Empfehlungen : Berlin Top 10

Zwischen Tradition und Moderne: Die besten Koreanischen Restaurants. Kai Röger nennt seine Favoriten.

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Foto: Promo

Dae-Mon

Spektakuläres Design, ambitionierte Weinauswahl und eine Küche, der es gelingt, traditionelle koreanische Aromatik mit hochwertigen Produkten in völlig Neues zu übersetzen: Das Bulgogi wird aufgelöst in Schmorfleisch-Praline, Kurzgebratenem vom Black Angus und Karotten-Ingwer-Creme. Black Cod wird mit Calamaretti, Kimchi-Mousse und Spargel kombiniert. Auch das vegetarische Angebot und die Desserts überraschen durch Raffinement. Preislich knapp unter dem Fine-Dining-Segment angesiedelt, ergeben sich hier ganz neue Möglichkeiten der koreanischen Metropolenküche.

Mitte, Monbijouplatz 11, Tel. 26 30 48 11, dae-mon.com

Foto: Johanna Jester

JoLee

Was Gastgeberin Johanna Jester und Küchenchef Felix Metzger in dem stilvoll eingerichteten Eckrestaurant zeigen, ist schlichtweg einzigartig: Koreanische Aromen, allen voran die fermentierte Chilipaste, kombinieren sie mit Techniken der französischen Hochküche und inszenieren alles in gut teilbaren Tellerkunstwerken. Begleitet von einer gekonnt zusammengestellten Weinauswahl wird daraus ein über Berlin hinaus strahlendes Esserlebnis.

Prenzlauer Berg, Winsstraße 65, Tel. 55 52 23 56, jolee-cuisine.com

Foto: Kunalum Lee

Kochu Karu

Gelungener Versuch, die koreanische Küche mit spanisch-mediterranen Einflüssen zu kombinieren und in Tapas-Form zu servieren. Insbesondere bei den Banchan zeigt der spanische Koch José Miranda Morillo, was möglich ist: Mandu mit Hummerfüllung und Kimchi-Espuma, Garnelen-Ceviche mit Nori-Algen-Küchlein und Kimchi-Pfannkuchen mit Manchegokäse werden durch sehr gut gemachte Klassiker und Freistilgerichte wie „Korean Bouillabaise“ stimmig ergänzt. Vom Bib Gourmand des Guide Michelin zu Recht empfohlen, ist die ambitionierte Küchenleistung preislich auf dem Boden geblieben.

Prenzlauer Berg, Eberswalder Straße 35, Tel. 80 93 81 91, kochukaru.de

Foto: Promo

Kimchi Princess

Es macht einfach Spaß, in dem weiträumigen, lichtdurchfluteten Restaurant an langen Holztischen zu sitzen, von gutgelauntem Servicepersonal hemdsärmelig umsorgt zu werden und die große Vielfalt klassisch koreanischer Küche zu genießen. Wer in der Gruppe kommt, sollte möglichst viele der kleinen Häppchen, Anjou genannt, probieren. Oder sich ein „Korean Barbecue“ oder die selten angebotenen Jeongol, große Eintopfgerichte, die am Tisch zubereitet werden, teilen und zugleich nicht die variantenreichen Klassiker ignorieren. Gutes Lunchangebot, ausbaufähige Weinauswahl.

Kreuzberg, Skalitzer Straße 36, Tel. 0163 458 02 03, kimchiprincess.com

Hanok

Ein bisschen feiner und preislich leicht über dem Niveau anderer Traditionskoreaner erlebt man hier eine in Berlin unerreichte Vielfalt authentischer Klassiker in akkurater Zubereitung. Das Ambiente ist kitschfrei, puristisch-stilvoll und selbst wenn am Nachbartisch gegrillt wird, halten sich die olfaktorischen Kollateralschäden in Grenzen - eine Seltenheit. Für Einsteiger wie Korea-Experten eine Referenzadresse. Gutes Lunchangebot.

Wilmersdorf, Kurfürstendamm 134, Tel. 89 54 18 92, hanok-berlin.com

YamYam

Hell, freundlich und sehr beliebt: An gleicher Stelle betrieb Sumi Ha einen Concept Store für skandinavisches Design. Inzwischen ist sie Wirtin und bietet aufgeklärte koreanische Küche mit hohem Wohlfühlfaktor wie die reiche Auswahl an gut gemachten Beilagen, „Banzan“ genannt, oder das „YamYam Ssam“, bei dem man mariniertes Rind, Saucen und allerlei Fermentiertes wahlweise in Algenblätter oder Teigfladen wickelt.

Mitte, Alte Schönhauser Straße 6, Tel. 24 63 24 85, yamyam-berlin.de

Fräulein Kimchi

Ihr Kimchi findet sich inzwischen in vielen Berliner Comfort-Food-Kreationen, vom Banh Bao Burger bis zum Hot Dog. In ihrem kleinen Restaurant pflegt das umtriebige „Fräulein“ ­einen undogmatischen Stil, den sie „Seoul Food“ nennt, und bei dem Allerlei Selbstfermentiertes mit vorwiegend amerikanischen Einflüssen kombiniert wird. Dazu leistet sie bei Kochkursen und in ihrem Blog „Fräulein Kimchi kocht“ Missionsarbeit - alles im Dienste des Kimchi.

Prenzlauer Berg, Kollwitzstraße 46, fraeuleinkimchi.com

Foto: Promo

Seoulkitchen

Schicker Lifestyle-Koreaner mit typischem schwere-Holztische-und-unverputzter-Backstein-Interieur. Die Klassiker sind milde dem europäischen Geschmack angepasst, gelegentlich einen Tick zu süß, aber angenehm mit frischem Gemüse aufgepeppt und auch für Korea-Unerfahrene leicht verständlich zu genießen. Neben „Korean Barbecue“ mit Tischgrill ab zwei Personen gibt es noch eine große Auswahl an modernisierten Sushi-Spezialitäten, die weniger Füllreis enthalten als bei den japanischen Kollegen.

Friedrichshain, Warschauer Straße 46, Tel. 65 21 41 30, seoulkitchen.de

Wawa

Freundlicher Nachbarschaftskoreaner, der ohne großes Herummodernisieren die Klassiker wie Bibimbap, Bulgogi aber auch Tang-Suppen und Pajón, koreanische Pfannkuchen, in erfreulich hoher Qualität serviert. Empfehlenswert die Mandu, gebratene Teigtaschen wahlweise mit oder ohne Fleischfüllung sowie der Bulgogi-Salat, der auf Reis verzichtet, aber mit viel frischem Gemüse punktet. Sehr gutes Kimchi!

Schöneberg, Grunewaldstraße 10, Tel. 65 77 42 30, wawaberlin.com

Ixthys

Der Klassiker und immer noch einer der beliebtesten aber auch skurrilsten Koreaner: Das Angebot umfasst die gängigen Standards in authentisch guter Zubereitung. Der Laden selbst, der räumlich mehr einem Imbiss, vielleicht noch mehr einer Essensabholstation gleicht, schreckt obendrein mit Wänden voller Bibelzitate. Wären da nicht das im heißen Tontopf servierte „Dolsot ­Bibimbap“ und das ausgezeichnete Kimchi ...

Schöneberg, Pallasstraße 22, Tel. 81 47 47 69

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