Hausmittel gegen Husten : Warum viele Hausmittel eine echte Alternative zu Medikamenten sind

Drei Mal täglich einen Löffel Zwiebelbrei - das ist das berüchtigte Hausmittel gegen Husten. Doch taugen die Tipps unserer Großmütter wirklich was?

Maurice Shahd
Hausmittel gegen Husten - Was hilft wirklich?
Hausmittel gegen Husten - Was hilft wirklich?Foto: dpa

„Haaaatschiiiii!“ Beim Klang von Husten und Schnupfen lässt der Rat der Mütter meist nicht lange auf sich warten: „Willst du es nicht mal mit einem Quarkwickel probieren?“

Wer sich mit einer Erkältung, Husten und Schnupfen plagt, sollte diese Frage nicht leichtfertig mit Nein beantworten – und in der nächsten Apotheke zu einem Mittel gegen Erkältung greifen. Viele Hausmittel gegen Husten seien eine echte Alternative zu Erkältungsmedikamenten, erklärt Berliner Heilpraktiker Heiko Zissner. So helfen warme Quarkwickel bei Husten, kühle Halswickel bei Halsschmerzen. Quark wirkt durch seinen hohen Eiweißanteil abschwellend und schmerzlindernd.

Zwiebelbrei und Kandiszucker - Das Hausmittel gegen Husten

Gegen Husten und Schmerzen in den Bronchien empfiehlt Heilpraktiker Zissner einen selbst bereiteten Zwiebelbrei. Der Ersatz für den Hustensaft aus der Apotheke ist einfach gemacht: Eine geschälte Zwiebel mit einem Teelöffel weißem Kandiszucker zu Brei stampfen und dann über Nacht ins Eisfach legen. „Vom nächsten Tag an nimmt man bei Husten dreimal täglich einen Teelöffel davon zu sich“, sagt Zissner. „Das baggert den Schleim nur so weg“, Zwiebeln enthalten ätherische Öle, schwefelhaltige Aminosäuren und Flavonoide, die in Kombination bakterienabtötend, antientzündlich und wundheilend gegen Husten wirken. Bei beginnender Erkältung haben sich Zwiebelauflagen auf den Fußsohlen bewährt.

Erkältungsbäder dienen gleich mehreren Zwecken: Sie erhöhen künstlich die Körpertemperatur und aktivieren so das Immunsystem. Daneben fördern sie die Durchblutung der entzündeten Bereiche, was die Schleimlösung begünstigt und den Husten lindert. Die den Bädern zugesetzten ätherischen Öle verdampfen im warmen Wasser und werden dann inhaliert. Erkältungsbäder zum Beispiel von Klosterfrau kosten in Drogerien oder Apotheken zwischen fünf und zehn Euro.

Wadenwickel gegen Fieber

Fieber ist nach Ansicht der Mediziner – erst mal – kein Grund zur Besorgnis. Der Anstieg der Körpertemperatur zeigt lediglich an, dass der Körper den Kampf gegen die Viren aufgenommen hat. Neben kalten Wadenwickeln helfen gegen Fieber so einfache Dinge wie Sauerkirschsaft oder Holunderbeersaft, die in jedem Reformhaus zu bekommen sind. Aber Vorsicht: „Steigt das Fieber über 40 Grad oder geht es nach einem Tag nicht zurück, sollte ein Arzt konsultiert werden“, sagt Zissner.

Kein Alkohol gegen Husten und Fieber

Sehr beliebt unter den Hausmitteln sind „Einschlafhilfen“ wie heißer Whisky, Tee mit Rum oder warmes Bier. Doch viele Mediziner warnen vor dem Gang an die Hausbar: Alkohol während einer Erkältung sei nicht zu empfehlen. „Der belastet den erkrankten Körper nur noch zusätzlich“, sagt der Arzt Karl-Heinz Friese vom Deutschen Naturheilbund. Auch Heilpraktiker Zissner ist eher skeptisch. Er rät in den kalten Tagen zur Vorbeugung lieber zu viel frischer Luft und warmer Winterkleidung.


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