Reiseimpfungen : Pieksen gegen Reisefieber – wo, wann und was kostet’s?

Welche Reisekrankheiten gibt es? Und für welche Krankheiten sind Reiseimpfungen möglich und sinnvoll? Hier gibt es Tipps und Informationen.

Impfungen stärken das Immunsystem.
Unter die Haut. Bei einer Impfung wird der Körper mit Bestandteilen eines Krankheitserregers konfrontiert, damit er rechtzeitig...Foto: picture-alliance/ dpa

Wer in ferne Länder reist, sollte sich zuvor über mögliche Impfungen informieren; hilfreiche Infos und Empfehlungen gibt die Ständige Impfkommission (STIKO). Mindestens vier bis sechs Wochen vor Abreise sollte man einen Allgemeinarzt besuchen und einen Impfplan aufstellen. Oft müssen zwischen den Reiseimpfungen Zeitabstände eingehalten werden. Bei so genannten Kurzimpfungen für Spontanreisende sind diese Zeitabstände gerafft. Achtung: Impfen kann teuer werden, denn Reiseimpfungen zahlen viele Kassen nicht (Hinweis: Die Techniker Krankenkasse ist eine der wenigen Kassen, die die Kosten für viele gängige Reiseimpfungen übernimmt). So kostet eine Spritze gegen Gelbfieber etwa 65 Euro, eine Immunisierung gegen Hepatitis A und B etwa 80 Euro. Hinzu kommt die Beratung des Arztes. Und: Unbedingt eine Reisekrankenversicherung abschließen.

Nicht immer sind Reiseimpfungen notwendig

Dengue-Fieber: Das Dengue-Virus löst Fieber und starke Muskel- und Gelenkschmerzen aus und wird durch Stechmücken übertragen. Impfen kann man sich gegen diese Krankheit nicht. Schützen kann man sich mit viel Kleidung, Mücken abweisenden Cremes und Moskitonetzen.

Diphtherie: Die Krankheit beginnt mit Fieber, Rachenentzündungen und Bässe und kann bist zu Atemnot, Nervenlähmung und Tod führen. Die Infektionskrankheit wird durch Bakterien verursacht und vor allem durch Tröpfchen übertragen. Eine Immunisierung umfasst zwei Reiseimpfungen im Abstand von sechs Wochen und eine dritte Impfung sechs bis zwölf Monate danach. Die ersten zwei Spritzen genügen in Vorbereitung auf eine Reise.
Cholera: Symptome der bakteriellen Infektion sind starke Durchfälle, die zu Flüssigkeitsverlusten führen. Wer in die Risikogebiete Afrika, Südamerika oder in den indischen Subkontinent reist, kann sich vorsorglich impfen lassen. Allerdings werden Impfungen gegen Cholera nur bei Langzeitaufenthalten, speziell unter schlechten hygienischen Bedingungen empfohlen, so die ständige Impfkommission (STIKO).

Gelbfieber: Die tropische Viruserkrankung kann tödlich verlaufen und wird durch Stechmücken übertragen. Das Tropeninstitut empfiehlt denjenigen, die in Risikogebiete wie das äquatoriale Afrika oder nach Mittel- und Südamerika reisen dringend eine Reiseimpfung gegen Gelbfieber. Die Impfschutz tritt erst nach zehn Tagen ein und hält etwa zehn Jahre.

Hepatitis A und B: Virusinfektionen, die zur Entzündung der Leber führen. Beschwerden: Kopfschmerzen, Übelkeit, Gelbfärbung der Haut. Fallen individuell unterschiedlich stark aus. Hepatitis A wird meist durch verunreinigte Nahrung, Hepatitis B oft durch Sex oder schmutziges medizinisches Besteck übertragen. Es gibt einen Kombinations-Impfstoff. Die Immunisierung besteht aus zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen. Diese Impfungen reichen als Vorbereitung auf eine Reise. Für Eilige: drei Impfungen in 21 Tagen.

Malaria: Tritt in vielen verschiedenen Formen auf und ist mit Fieber, Schwäche, Schüttelfrost und Kopfschmerzen verbunden. Wird durch Stechmücken übertragen. Einen Impfschutz gibt es nicht. Reisende sollten sich mit viel Kleidung, Moskitonetzen und Cremes schützen. Vorbeugende Medikamente wie Chloroquin oder Mefloquin bieten keinen umfassenden Schutz, sind aber sinnvoll.

Meningokokken-Meningitis: Eitrige Hirnhautentzündung, mit Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Per Tröpfcheninfektion übertragen. Schutz auf drei Jahre bietet eine einmalige Injektion.

Tetanus (Wundstarrkrampf). Schwere Infektionskrankheit, die zu Krämpfen, Muskelstarre, sogar zum Tod führen kann. Durch Bakterien verursacht, die über Hautverletzungen in den Körper gelangen. Der Impfschutz gegen Tetanus besteht etwa zehn Jahre. Art und Zeitaufwand der Impfungen: siehe Diphtherie.

Tollwut: Diese Virusinfektion, die durch den Speichel infizierter Tiere übertragen wird, endet in den meisten Fällen tödlich. Tollwut kann erst Monate oder sogar erst Jahre nach Viruskontakt auftreten. Wer in gefährdete Länder reist (meist Entwicklungsländer), sollte sich impfen lassen. Die Vorsorgeimpfung besteht aus drei Injektionen, nach einer Woche wird die zweite Injektion gespritzt, nach drei bis vier Wochen die dritte. Die Impfung hält etwa fünf Jahre.

Typhus geht mit Fieber, Kopfschmerzen, Husten und Hautrötungen einher. Er wird durch Bakterien verursacht, die über Nahrung und Trinkwasser in den Körper gelangen. Drei Jahre Schutz gewährleistet eine einmalige Spritze. Etwa ein bis zwei Jahre schützt die Schluckimpfung, bei der über fünf Tage verteilt drei Impfstoff-Kapseln vor dem Essen eingenommen werden.

Weitere wichtige Informationen und Empfehlungen zu Impfungen, erhalten Sie unter www.gesundheitsberater-berlin.de auf der Homepage der Ständigen Impfkommission (STIKO).

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