Rückkehrer Dardai : Hertha wählt den Wechsel

Pal Dardai steht bei den Berlinern vor der Rückkehr in die Mannschaft. Es ist gut möglich, dass Dardai schon am Donnerstag, im Europa-League-Heimspiel gegen Benfica Lissabon, wieder ins Team rückt.

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Berlin - Der Ehrgeiz ist zurück bei Hertha BSC. Er trägt ein gelbes Leibchen, eine Mütze und darunter das Gesicht von Pal Dardai. „Warum machst du das?“, schreit der Ehrgeiz seinen Kollegen Jaroslav Drobny an. Ein Trainingsspielchen sechs gegen sechs auf knappem Platz. Drobny, der Torhüter, hat den Ball abgefangen, er tritt ihn weit nach vorne, über alle Mitspieler hinweg, seinem Gegenüber genau in die Arme. Warum macht er das? „Das ist unser Ball!“, brüllt Dardai. War. Jetzt ist er weg.

Vorige Woche hat der Ungar wieder angefangen, mit der Mannschaft zu trainieren, ein wenig vorsichtig noch; in dieser aber geht es endlich wieder richtig zur Sache und hart in die Zweikämpfe. Pal Dardai ist zurück in seinem Element. Fast vier Monate ist er wegen einer Sprunggelenksverletzung ausgefallen ist. Ende Oktober hat Dardai zuletzt gespielt, und seitdem musste er mehr oder weniger unbeteiligt zuschauen, wie sich seine Kollegen am Tabellenende der Fußball-Bundesliga häuslich eingerichtet haben.

Es ist gut möglich, dass Dardai schon am Donnerstag, im Europa-League-Heimspiel gegen Benfica Lissabon, wieder in die Mannschaft rückt. Es ist die erste von drei Begegnungen innerhalb von nur sechs Tagen, am Sonntag geht es dann nach Freiburg, und schon am Dienstag steht das Rückspiel beim Tabellenführer der portugiesischen Liga an. „Es wird einige Wechsel geben“, hat Trainer Friedhelm Funkel angesichts der erhöhten Belastung bereits angekündigt.

Ob Pal Dardai von diesen Umstellungen profitieren wird. „Keine Ahnung“, sagt der 33-Jährige. „Du kannst trainieren ohne Ende, aber ein Spiel ist immer noch was anderes.“ Das Spiel gegen Benfica wäre die beste Gelegenheit, Dardai dem Praxistest auszusetzen – und ein paar Stammspieler für die Begegnung in Freiburg zu schonen. Doch Funkel hat der Mannschaft schon in der Vorrunde vorgelebt, dass der Europacup für ihn keine Ausschussware ist. Eine B-Elf wird er gegen Benfica bestimmt nicht aufs Feld schicken. Trotzdem bieten sich einige Wechsel geradezu an: Florian Kringe klagte nach dem Spiel gegen Mainz über Probleme im Oberschenkel, gestern hat er noch nicht mit der Mannschaft trainiert. Auch Lewan Kobiaschwili (Grippe) fehlte. Gojko Kacar absolvierte weiterhin sein Rehaprogramm; die von ihm ins Auge gefasste Rückkehr in den Kader schon beim Spiel in Freiburg ist unrealistisch.

Doch nicht nur für Dardai böte der Europacup die Chance, sich in die Realität zurückzutasten; auch die Mannschaft könnte unter relativ entspannten Bedingungen etwas probieren. Wie wäre es zum Beispiel damit, den Gegner, anders als in den bisherigen drei Heimspielen, schon vor der Pause anhaltend unter Druck zu setzen? „Das ist eine gute Möglichkeit, einige Dinge zu provozieren“, sagt Dardai. In der Situation, in der Hertha sich befindet, reiche es nicht, nur taktisch clever zu sein. „Wir müssen laufen und kämpfen“, sagt der Ungar. Laufen und kämpfen – damit kennt Pal Dardai sich bestens aus.

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