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Exklusiv: Herthas Kobiaschwili muss 60.000 Euro zahlen

15.12.2012 12:52 Uhrvon
Lewan Kobiaschwili trainiert derzeit für ein Comeback nach der Winterpause.Bild vergrößern
Lewan Kobiaschwili trainiert derzeit für ein Comeback nach der Winterpause. - Foto: dpa

UpdateDie Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat nach Informationen des Tagesspiegels Strafbefehl gegen Lewan Kobiaschwili beantragt. Der Hertha-Profi soll Schiedsrichter Wolfgang Stark nach dem Relegationsspiel in Düsseldorf geschlagen haben.

Das Skandalspiel bei Fortuna Düsseldorf hat für Hertha-Profi Lewan Kobiaschwili ein teures Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat nach Informationen des Tagesspiegel einen Strafbefehl gegen Kobiaschwili beantragt. Für die Ermittler besteht der dringende Verdacht, dass der Fußballer den Schiedsrichter Wolfgang Stark nach dem Bundesliga-Relegations-Rückspiel im Mai in Düsseldorf mit der Faust geschlagen hat. Für diese vorsätzliche Körperverletzung beantragen die Staatsanwälte eine Geldstrafe von 60.000 Euro. Nach Recherchen dieser Zeitung haben Kobiaschwili und sein Anwalt Christoph Schickhardt der Strafe bereits zugestimmt, die Summe wurde im Konsens vereinbart.

„Wenn das Thema damit beendet ist, dann ist das besser für mich“, sagte Kobiaschwili auf Nachfrage.

Im Juni hatte Kobiaschwili bereits einer Spielsperre bis Ende des Jahres durch das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zugestimmt. Öffentlich bestreitet der 35-Jährige jedoch weiterhin, Stark nach dem Spiel absichtlich geschlagen zu haben. Das Spiel war von Zuschauer- und Spielertumulten begleitet worden, auf dem Weg in den Kabinengang traf Kobiaschwili Stark im Nacken, wodurch der Schiedsrichter eine Schwellung im Halsbereich und Kopfschmerzen erlitt und später Strafanzeige erstattete.

Noch muss ein Richter den Georgier schuldig sprechen, Schickhardt und Kobiaschwili wollen keinen Einspruch einlegen. „Der Abschluss des Verfahrens ist ein großer Gewinn, gerade weil er noch im alten Jahr stattfindet“, sagte Schickhardt. „So kann er ohne Altlasten im neuen Jahr zurückzukehren.“

Es handelt sich nicht um eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldzahlung. Da die Strafe bei 60 Tagessätzen zu je 1000 Euro und damit unter 90 Tagessätzen liegt, gilt Kobiaschwili nach der Verurteilung nicht als vorbestraft und wendet zudem eine öffentliche Verhandlung ab. Die Staatsanwaltschaft berücksichtigte beim Strafmaß, dass der Spieler durch seine Sperre bereits materielle Verluste erlitten habe. Kobiaschwili hatte mit Hertha BSC vereinbart, dass sein Gehalt in der Zeit reduziert wird.

Der Klub hatte sich stets auf die Seite Kobiaschwilis gestellt. Nach den Urteil des DFB-Sportgerichtes hatte Hertha seinen Vertrag bis 2014 verlängert, im Anschluss soll er im Verein weiterarbeiten, eventuell als Nachwuchstrainer. Auf der Mitgliederversammlung Ende Mai versicherte Präsident Werner Gegenbauer, Kobiaschwili „schwört Stein und Bein, dass er nicht geschlagen hat“. Anfang Juni erschien ein Interview auf der Vereinshomepage, in dem der Defensivspieler seine Version der Ereignisse schilderte. Diese Sicht wiederholte er in diesen Tagen auf Nachfrage. Das Spiel in Düsseldorf war nach Bengalowürfen der Berliner Fans und einem Platzsturm der Düsseldorfer mehrmals unterbrochen worden. Nachdem Stark das Spiel wieder angepfiffen hatte, aber nicht die volle Nachspielzeit spielen ließ, war Hertha abgestiegen. Der Schiedsrichter wurde von Hertha-Spielern bedrängt und beleidigt. Kobiaschwili war dabei, aber beteuert, er sei auf der Treppe zur Kabine im Gedränge von hinten geschubst worden. Er habe sich nur versucht, sich mit den Armen abzufangen. Zweimal habe er versucht, sich bei Stark zu entschuldigen.

Nach Befragung mehrerer Zeugen, unter anderem der Linienrichter, kam die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss, dass Kobiaschwili mit der Faust zugeschlagen habe. Die Treppe sei, anders als behauptet, auch nicht nass gewesen.
Kobiaschwili musste keine weitere Aussage zu Protokoll geben. Aber dass er den Vorwürfen nicht juristisch widerspricht, kann man als Schuldeingeständnis auffassen. Er selbst hofft, durch seine Kooperation schlimmere Strafen abzuwenden. Wegen seines Geständnisses wurde die geforderte Sperre vom DFB-Sportgericht von einem Jahr auf sechs Monate reduziert. Vor Gericht hätten ihm eine Vorstrafe und eine Verhandlung in aller medialen Öffentlichkeit gedroht. Sein Anwalt Schickhardt, der auch für Hertha arbeitet, riet ihm in beiden Fällen dazu, einzulenken.

Während seiner Sperre trainierte Lewan Kobiaschwili weiter mit der Profimannschaft, ab dem 1. Januar darf er wieder in Test- und Pflichtspielen eingesetzt werden. Die Widersprüchlichkeit seiner Aussagen wird jedoch bleiben.


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