Inklusionspreis 2015 : „Berlin kann Diversity“

Zum 13. Mal erhielten engagierte Betriebe am 30. November den Inklusionspreis des Landes.

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Siegerlächeln: Die Schilkin GmbH mit ihrem Geschäftsführer Erlfried Baatz (2.v.l.) wurde von Sozialsenator Mario Czaja in der Kategorie „Mittelstand“ geehrt.
Siegerlächeln: Die Schilkin GmbH mit ihrem Geschäftsführer Erlfried Baatz (2.v.l.) wurde von Sozialsenator Mario Czaja in der...Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung lohnt sich – man muss nur herausfinden, wo ihre Stärken liegen. In diesem Punkt waren sich alle Redner bei der Verleihung des diesjährigen Berliner Inklusionspreises am 30. November im Berliner Abgeordnetenhaus einig. Einigkeit herrschte aber auch in einem weiteren Punkt: Das muss sich unter Arbeitgebern noch stärker herumsprechen.

„Für einige Firmen ist es aber schon heute eine Selbstverständlichkeit, schwerbehinderte Arbeitnehmer zu beschäftigen. Ihnen möchten wir Danke sagen, und ihr Beispiel möchten wir hervorheben“, sagte der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) Franz Allert. Zum 13. Mal wurden mit dem Preis Unternehmen aus der Hauptstadt geehrt, die in vorbildlicher Weise Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen.

Insgesamt 34 Bewerbungen waren beim Integrationsamt eingegangen. In der Kategorie „Kleinunternehmen“ siegte das Amitola Familiencafé, bei den Mittelständlern der Spirituosenhersteller Schilkin. Als Großunternehmen wurden die Kindergärten Nordost ausgezeichnet; einen Sonderpreis erhielt der Zahntechnikbetrieb CK Dental.

„Gerade Berlin kann Diversity“, hob die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Verena Bentele in ihrer Festrede hervor. „Auch wenn an der einen oder anderen U-Bahn-Haltestelle noch ein Aufzug fehlen mag: Viel wichtiger ist, dass es in der Stadt eine große Offenheit für die Unterschiede der Menschen und ihre Bedürfnisse gibt“, sagte sie. Die wichtigste Voraussetzung für einen Einstieg in den Arbeitsmarkt sei die Ausbildung von Jugendlichen mit Behinderung. Damit sie ihre Fähigkeiten und Ressourcen an der richtigen Stelle einsetzen können, sei ein „differenzierterer, genauerer Blick nötig und möglich“.

Auch der Berliner Sozialsenator Mario Czaja, der die Auszeichnungen übergab, betonte die Bedeutung der Arbeit als Schlüsselbereich der UN-Behindertenrechtskonvention. In Berlin gebe es viele Unternehmen, die das Potenzial schwerbehinderter Beschäftigter erkannt hätten. Eine Ehrung wie der Inklusionspreis wird sie und andere weiter anspornen.