Berliner Zoo : Knut bekommt doch eine Geburtstagsparty

Fans aus ganz Europa werden erwartet: Der Zoologische Garten Berlin gibt seinem berühmtesten Bewohner Eisbär Knut nun doch eine Feier zum zweiten Geburtstag. In die Diskussion um Knuts künftige Heimat hat sich inzwischen auch der Tierschutz-Beauftragte vom Berliner Senat eingeschaltet.

Hans-Rüdiger Bein[dpa]
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Grund zur Freude: Knut bekommt eine Eisbombe zum Geburtstag geschenkt. -Foto: dpa

BerlinAn diesem Freitag um 13:30 Uhr wird Knut von seinem Tierpfleger eine mit reichlich Gemüse und süßem Obst gefüllte Eisbombe serviert. Das teilte Zoo-Chef Bernhard Blaszkiewitz am Donnerstag mit. Zunächst war anders als beim ersten Geburtstag keine Extra-Feier geplant. In den Medien und von der Initiative "Knut - forever in Berlin" waren jedoch Party-Wünsche laut geworden. Nach Zoo-Angaben nimmt das "wohl bekannteste Eisbärjungtier der Welt das Ereignis eher gelassen".

Das Interesse der Menschen an dem Super-Star, der bisher mehr als fünf Millionen Besucher anlockte, ist unvermindert stark. Hartmut Wiedenroth von der Initiative, die für das Verbleiben von Knut in Berlin rund 21.000 Unterschriften sammelte, sagte: "Für den Feiertag des Bären haben sich bei uns viele Fans aus ganz Europa und einige sogar aus Übersee angemeldet." Erneut wird ein großer Andrang am früheren Gehege der Brillenbären erwartet, das nur noch für eine begrenzte Zeit das Zuhause von Knut sein wird.

Tierschutz-Beauftragter fordert Entscheidung vor Weihnachten

In die Diskussion um die Zukunft von Knut hat sich inzwischen auch der Tierschutz-Beauftragte des Berliner Senats, Klaus Lüdcke, eingeschaltet. Er forderte den Zoo zu einer klaren Entscheidung noch vor Weihnachten für "Knut als Dauer-Berliner" auf. Am Montag hatte Peter Drüwa als Direktor des Tierparks Neumünster, der die Besitzrechte an Knut beansprucht, den Abschied Knuts von Berlin angekündigt. Der Zoo Gelsenkirchen, in dem die Eisbärin Lara ein Männchen sucht, hatte sich öffentlich um Knut beworben. Der Berliner Zoo hatte deutlich gemacht, dass kein Platz für eine neue, dann dritte Eisbär-Gruppe vorhanden ist und die Kosten von bis zu neun Millionen Euro zu hoch wären.

Dabei ist für den Zoo Berlin diese Sorge um die im Grunde unvermeidliche Abwanderung des Publikumslieblings nicht einmal das aktuell größte Problem. Die meisten Schwierigkeiten könnte kurioserweise kurzfristig einbrechende Kälte auslösen. Dann könnte das Wasser gefrieren, das den Knut-Felsen umspült, und der inzwischen mehr als 200 Kilo schwere Bursche ganz leicht ausbüxen. "Er könnte mal eben rüber zum Restaurant gehen und sich dort ein Croissant bestellen, das wäre doch eine tolle Idee", scherzt der zuständige Bären-Betreuer, Zoo-Biologe Heiner Klös. Je nach Wetterbericht wird der Zoo natürlich das Wasser ablassen. Aber ein Eisbär ohne Wasser, das dürfte augenblicklich die Tierschützer mit ihren Dauer-Protesten gegen die Eisbärhaltung auf den Plan rufen.

Gute-Laune-Droge Tatzen-Winke-Winke

Eine weitere Sorge des Zoos gilt der Tatsache, dass Knut wegen der besonderen Bedingungen seiner Handaufzucht eine extrem enge Bindung an Menschen und in der Folge auch an sein Publikum hat. Er reagiert prompt und gern auf Rufe und Gesten aus dem Kreis der ihn umlagernden Fans. Tatzen-Winke-Winke und Männchen-Aufbau sind seine Gute-Laune-Droge. Unter einer Eisbärin wie Lara "auf Schalke" kann er sich schlicht nichts vorstellen. Bären-Chef Klös ist dennoch optimistisch: "Die Natur wird es schon richten, und er wird sein angeborenes Verhalten zeigen."

Auch für den noch "ledigen" Stuttgarter Eisbären Wilbär scheint eine Lebenspartnerin gefunden zu sein: Das niederländische Eisbären- Fräulein Ewa soll nach Plänen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) die Zukünftige von Wilbär werden, der demnächst nach Schweden "auswandert", teilte der Zoologisch- Botanische Garten Wilhelma am Donnerstag mit. "Elternschaft nicht ausgeschlossen." Ewa ist zwei Jahre älter als Wilbär, der am 10. Dezember ein Jahr alt wird. Eine ältere Partnerin könne von Vorteil sein, weil sie dem schwereren Männchen so von Anfang an besser Paroli bieten könne, berichtete die Wilhelma.

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