Eisbärenliebe : Pille für Giovanna statt Kastration von Knut

Die Tierschutzorganisation Peta rückt nicht von ihrer Forderung ab, Berlins Eisbären Knut zu entmannen. Doch falls dessen unschuldiges Gebalge mit Giovanna zu einer "heißen Nummer" wird, könnten auch andere Verhütungmethoden angewendet werden.

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Tausendmal berührt ... Knut und Giovanna vergnügen sich im Wassergraben -Foto: ddp

Trotz Kritik hält die Tierschutzorganisation Peta an ihrer Forderung nach einer Kastration des Berliner Eisbären Knut fest. Tiere in Gefangenschaft erreichten oft viel früher als ihre wilden Artgenossen die Geschlechtsreife, sagte der Zoo-Experte von Peta Deutschland, Frank Albrecht, am Mittwoch in Gerlingen. Da Knut und seine derzeitige Partnerin Giovanna einen gemeinsamen Vorfahren hätten, sei der „Inzuchtfaktor“ bei den beiden Tieren hoch. Dadurch würde sich die ohnehin schlechte Zuchtperspektive bei Eisbären in Zoos weiter verschlimmern.

Albrecht sagte, Knut-Fans müssten daher mit Konsequenzen rechnen, wenn sie wollten, dass das „Liebespaar“ zusammenbleibt. Eine Alternative zur Kastration von Knut wäre es, Giovanna „die Pille zu geben“.

Giovanna nur übergangsweise in Berlin

Der Zoo hatte die Forderung nach einer Kastration Knuts unter anderem damit zurückgewiesen, dass die beiden Tiere noch nicht geschlechtsreif seien. Knuts Partnerin befindet sich nur übergangsweise in Berlin. Sobald ihr Gehege im Münchner Tierpark Hellabrunn renoviert ist, soll sie zurück.

Der Tierschützer hält es für recht unwahrscheinlich, dass sich die beiden Eisbären im Berliner Zoo vermehren. Von den 30 mit der Hand aufgezogenen Tieren, die in den vergangenen 25 Jahren weltweit überlebt hätten, hätten sich nur fünf fortgepflanzt. Da Knuts Mutter ein Wildfang ist, sei der Eisbär mit seinen Genen allerdings für die Zucht „recht wertvoll“. Knut war von seiner Mutter verstoßen und mit der Hand aufgezogen worden.

Peta spricht sich insgesamt für ein Auslaufen der Eisbärenhaltung in deutschen Zoos aus. Ihre Population in Tierparks gehe immer weiter zurück und könne daher nicht aufrechterhalten werden. Auch litten 90 Prozent der Tiere in Gefangenschaft unter Verhaltensstörungen. (ho/ddp)

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