Knut-Pfleger : Dörfleins Mutter dankt für Hilfsbereitschaft

Die Mutter von Thomas Dörflein dankt den zahlreichen Spendern für ihre Angebote und Zuwendungen - nun kann das Grab des Knut-Pflegers einen Stein erhalten. Die Aufregung um die Versteigerung von Erbstücken im Internet durch ihren Enkel David kann die 71-Jährige nicht verstehen.

Dörflein
In dem blauen Schlafsack schliefen Thomas Dörflein und Knut. -Foto: Screenshot

Die Familie des verstorbenen Knut-Pflegers Thomas Dörflein erfährt eine Welle der Hilfsbereitschaft. So wollen auch Unternehmer und Prominente der Mutter Erika Dörflein Geld spenden, damit sie Grabstein und Umfriedung der Urnenstätte bezahlen kann. Steinmetze bieten an, ohne Entlohnung zu arbeiten und den Stein zu spenden.

„Ich bin gerührt, möchte das aber nicht alles gratis annehmen, das wäre mir unangenehm“, sagte Erika Dörflein gestern. Mit ihr erregten sich viele Besucher am Grab des Tierpflegers in Spandau über eine Äußerung von Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz. Er sagte in der RBB-Abendschau am Montag, er dachte, Dörflein wäre anonym bestattet: „Was schreibt man denn auf den Grabstein? Ein großes Fragezeichen oder so?“ Diese Äußerung zeuge von Nichtwissen und sei gefühllos.

Die Mutter des Toten kann die Auffassung einiger Menschen, die die Versteigerung ihres Enkels David von fünf Erbstücken kritisieren, nicht verstehen. „Die Öffentlichkeit denkt, das seien wichtige Erinnerungen. Doch für uns war Tommi nicht in erster Linie Knut-Pfleger, sondern Sohn und Vater“, sagt die 71-Jährige. Die bei Ebay angebotenen Stücke seien – anders als andere Erbstücke – keine „Herzenssachen“. Andere Hinterbliebene würden nach einem Todesfall Firmen beauftragen, die den Haushalt auflösen und Dinge wegwerfen. „Und heute ist es doch modern, Autos übers Internet anzubieten.“ Die Gebote für den Schlafsack lagen gestern Nachmittag bei 830 Euro, fürs Taschenmesser werden 516 Euro geboten.

Wie der Grabstein aussehen werde, ob er in der Form an Knut erinnere oder an ein Kreuz, sei noch nicht entschieden. „Von dem Geld, was übrig bleibt, möchte ich gern etwas dem Zoo spenden, damit dieser mal eine Dusche für die Bärenpfleger installieren kann“, sagt die Mutter von Thomas Dörflein. (kög)

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