Pfleger Dörflein : "Knut würde nie zubeißen"

Der Berliner Tierpfleger Thomas Dörflein hält seinen Schützling, den Eisbären Knut, im direkten Kontakt mit ihm weiter für ungefährlich. Über eine gemeinsame Zukunft macht er sich aber keine Illusionen.

Knut Foto: dpa
Nuckelt nur: Knut. -Foto: dpa

Berlin    "Er würde nie zubeißen in dieser Situation. Ich bin jeden Tag mit ihm zusammen, kann genau abschätzen, was abgeht", sagte Dörflein der "Bild am Sonntag". Er habe täglich noch drei Stunden Kontakt mit dem mittlerweile 110 Kilogramm schweren Tier, das am 5. Dezember ein Jahr alt wird.

"Knut ist ja noch ein Kind. Richtig erwachsen sind Eisbären erst mit 6 oder 7. Er braucht mich noch", sagte Dörflein weiter. Der Eisbär finde es immer noch toll, "wenn er für ein paar Minuten zum Nuckeln in mein Bett im Zoo darf, in dem ich geschlafen habe, als er noch klein war. Bloß, dass er jetzt größer ist als das Bett. Ich muss mich ganz schmal machen und an die Wand drücken, während er zufrieden an meiner Hand nuckelt."

"Der Trainer stellt die Mannschaft auf"

Anfang Oktober war Dörflein zum letzten Mal öffentlich mit Knut zu sehen. Danach hatte die Zoo-Direktion aus Sicherheitsgründen ein Verbot für Spiele mit Knut vor Publikum ausgesprochen. Dazu sagte Dörflein der Zeitung: "Es ist wie beim Fußball: Der Trainer stellt die Mannschaft auf".

Seinen Zögling will Dörflein nach dessen Wegzug aus dem Berliner Zoo nicht besuchen. Es bestehe die Gefahr, dass der Eisbär danach wochenlang nach ihm schreie. "Das will ich vermeiden. Mir war ja von vornherein klar, dass eines Tages die Trennung kommt", erklärte Dörflein. "Dass ein Zoo Tiere abgibt, ist der Normalfall. Ich bin da nicht so rührselig." Nach Angaben des Zoos Berlin ist ein Wegzug des berühmtesten Eisbären der Stadt auch aus Gründen der Arterhaltung sehr wahrscheinlich. Knut wird am 5. Dezember ein Jahr alt.

Partner gesucht

Wichtig ist Dörflein vor allem, dass Knut in seinem neuen Zuhause viel Platz und einen passenden Partner bekommt. "In welcher Stadt der Zoo ist, spielt nicht die entscheidende Rolle", sagte Dörflein der "Bild am Sonntag".

Trotz der kräftezehrenden Aufzucht eines Eisbärenbabys würde der Tierfpleger sich wieder eines Findelkinds annehmen. Nach der Erfahrung mit Knut würden sich dann aber zwei Pfleger die Arbeit teilen, sagte Dörflein dem Blatt. (mit ddp/dpa)  

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