Alexander Stendel : Auf ein Glas mit...

Alexander Stendel bringt zwei Welten zusammen: Technik und Kommunikation. Mit seiner Agentur übersetzt er Leistungen und Produkte anderer Firmen in eine verständliche Sprache. Ursprünglich hatte er mal angefangen, Informatik zu studieren. Dass er dieses Studium nie beendet hat, hängt auch mit der Agentur zusammen.

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Alexander Stendel
Alexander StendelFoto: Thilo Rückeis

Der Agenturchef misst 2,04 Meter, doch in den hohen Räumen des Eins44 – Kantine Neukölln fällt er damit nicht weiter auf. Alexander Stendel kommt gerne zum Abendessen hierher, mit seiner Frau, Freunden oder Geschäftspartnern. Aber heute geht es ja nur ums Getränk: Die Kellnerin serviert einen Sauvignon Blanc, 2013er Jahrgang, vom Weingut Bernhard Koch. Spaß an gutem Wein haben ihm seine Frau und sein Schwiegervater vermittelt, er mag es "fruchtig, trocken, ein wenig säuerlich" und greift auch gerne zu Grauburgunder oder Riesling. Rotwein hat bei ihm keine Chance, "aber vielleicht kommt das ja noch".

Auch die Telekom gehört zu seinen Kunden

Der 39-Jährige kennt die schön gekachelte Halle schon länger, in der jahrzehntelang Liköre gebrannt wurden und sich die – meist reservierten – Tische jetzt schnell füllen. Er hat die Räume eine Weile als Werkstatt für seine Testaufbauten genutzt. Stendel betreibt im selben Gebäude seine Agentur Zweimaleins, die "zwei Welten zusammenbringen" soll: Technik und Kommunikation. Mit 40 festen und einem Netzwerk aus 150 freien Mitarbeitern übersetzt er die Leistungen und Produkte von Unternehmen in verständliche Sprache, oft auch in Webseiten oder Präsentationsbaukästen. Die Telekom gehört seit 1996 zu seinen Kunden.

Sein Geschäftsmodell ist im Grunde die Weiterentwicklung eines Schülerjobs: Mit 18 entwickelte Alexander Stendel eine CD-Rom für die Fluggesellschaft Condor, mit 19 brach er sein Informatik-Studium ab, mit 20 gründete er in Berlin seine Agentur. Die er mit 29 ein Jahr lang auf Eis legte, um auf Reisen zu gehen. Bereut hat er nichts davon.

Dieses Stück erschien zuerst im Wirtschaftsmagazin "Köpfe" aus dem Tagesspiegel-Verlag, das Sie hier bekommen können: Tagesspiegel Köpfe bestellen

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