"Berliner Glas Gruppe" : Immer auf der Suche nach der eigenen Nische

Der Familienunternehmer Herbert Kubatz wollte hoch hinaus. Das ist ihm gelungen - weil er immer die richtige Strategie verfolgt hat. Und die ist so simpel erzählt wie schwer zu verfolgen.

Alexander Riedel
Herbert Kubatz
Herbert KubatzFoto: Mike Wolff

Bei der Berliner Glas Gruppe sind sie auf einiges besonders stolz: Darauf, dass ihre Spiegel im Weltraum unterwegs sind, zum Beispiel. Oder darauf, dass eines der weltweit führenden Unternehmen in der Halbleiterindustrie zu ihren Kunden zählt. Oder dass ihre Kameras und optischen Systeme den strengen Anforderungen in der Medizin genügen. Für Inhaber Herbert Kubatz war es ein weiter Weg bis zu der Hightech-Schmiede, als die man die Unternehmensgruppe heute mit Fug und Recht bezeichnen kann.

1952 gründete der Vater in Berlin einen einfachen Glasgroßhandel. "Das ging recht und schlecht", erzählt der Sohn. Eines Tages hatte Kubatz senior eine Idee: Diapositive. Die Deutschen reisten wieder, sie fotografierten, also baute er die passenden Maschinen. Nach nur zwei Jahren beschäftigte er bereits 200 Mitarbeiterinnen, die eine Milliarde Diapositive im Jahr schnitten. "Mein Vater hat nach einer Marktnische gesucht", sagt der Junior. "Das war ein blendendes Geschäft, aber wir hatten nur einen Artikel und wenige Kunden. Als ich zu ihm gekommen bin, war das eigentlich kein Betätigungsfeld für mich." So suchte der Sohn selbst nach Marktnischen, und im Prinzip macht er das bis heute.

In den 1960er Jahren hielt Herbert Kubatz nach seiner Promotion an der Technischen Universität Berlin – Thema: Standorttendenzen in der deutschen Flachglasindustrie – nach Produkten Ausschau, in denen Glas steckte. Er fand unter anderem: Wasserzähler, Gaszähler, Fotokopierer, Fernseher. "Ich habe mit dem ganzen Gebiet der technischen Gläser angefangen." Nach und nach übernahm er das Geschäft von seinem Vater. "Und letztlich bin ich in der Hochpräzisionsoptik gelandet."

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