Mitglieder unseres Wirtschaftsclubs : Matthias Faensen und Ingo Nindl

In jeder Ausgabe stellen wir Ihnen zwei Clubmitglieder vor. Diesmal befragen wir Matthias Faensen, Geschäftsführer der Advita Pflegedienst GmbH und Ingo Nindl, Inhaber der Nindl BioMed Consulting

Von Rita Nikolow
Matthias Faensen
Matthias FaensenFoto: Promo

Herr Faensen, weshalb haben Sie sich auf den Pflegebereich spezialisiert?

Das hat sich zufällig ergeben. Ich habe diesen Pflegedienst 2004 während einer Krisensituation beraten. Später ergab sich für mich die Gelegenheit, advita zu kaufen. Die Branche hat mich gereizt.

Wie sieht Ihr Konzept aus?

Wir konzentrieren uns auf die Verbindung von Pflege und Wohnen. In einem advita Haus sind Pflege-Wohngemeinschaften, Tagespflegeeinrichtungen und Service-Wohnungen unter einem Dach untergebracht. Das macht es für unsere Pflegekräfte einfacher, ausreichend Zeit für die Bewohner aufzubringen. Wer im advita Haus in seiner eigenen Wohnung lebt, wählt selber aus, welche Leistungen er in Anspruch nehmen will, zum Beispiel unsere Speiseversorgung oder die Hauswirtschaft. Das führt dazu, dass die Bewohner früher einziehen – und länger bleiben. Advita Häuser haben wir zum Beispiel in fünf ehemaligen Hotels und drei ehemaligen Schulen eingerichtet.

Welche Themen werden Ihre Branche in den kommenden Jahren beschäftigen?

Der Pflegebedarf nimmt zu, gleichzeitig wird es immer schwieriger, qualifizierte Kräfte zu gewinnen. Daher muss die Produktivität der einzelnen Pflegekraft gesteigert werden. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen der älteren Menschen, die längst nicht mehr als Bittsteller auftreten, sondern als anspruchsvolle Kunden. Darauf muss sich der Markt erst noch einstellen.

Ingo Nindl
Ingo NindlFoto: Promo

Herr Nindl, was begeistert Sie an Ihrer Arbeit?

Die Zusammenarbeit mit interessanten Persönlichkeiten, die Mannigfaltigkeit der einzelnen Aufträge, die stets wechselnden Herausforderungen und die zufriedenen Klienten.

Sie coachen zum Beispiel Führungskräfte aus der Pharma-Industrie. Mit welchen Fragestellungen haben Sie dabei zu tun?

Es geht unter anderem um erfolgreiche Strategien für die Kontaktaufnahme mit medizinischen Hochschulprofessoren und dem Key Opinion Leader Management oder um geeignete Methoden zur konstruktiven Konfliktlösung, außerdem um die Vermittlung von verschiedenen Kommunikationstechniken zur Zielerreichung – und auch um Methoden zur Steigerung der Motivation von Mitarbeitern.

Welche Rolle spielen der Standort Berlin und die hier angesiedelten Unternehmen für Sie?

Eine sehr wichtige, da der Erfolg in der pharmazeutischen Industrie sehr stark von der gesundheitspolitischen Gesetzgebung abhängt und folglich die Nähe zu den Entscheidungsträgern und international führenden Medizinern einen wertvollen Vorteil bietet. Die Berliner Wirtschaft profitiert von der erfolgreichen IT-Standortstrategie, bietet jungen Start-up-Unternehmen sehr gute Rahmenbedingungen und entwickelt sich zu einem der führenden Zentren in der Medizin.

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