Tochter der Fotografen-Familie am Ku'Damm : Auf ein Glas mit Nicole Urbschat

Nicole Urbschat bestellt eine Apfelschorle, als sie Platz nimmt. Sie kommt gern in das New York am Ku'Damm. Sie erzählt von ihrem Beruf, der Fotografie, und warum der manchmal so nicht idyllisch ist.

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Nicole Urbschat
Nicole UrbschatFoto: DAVIDS / Florian Boillot

Das Feierabendgetränk ist kein Bier, auch kein Wein – sondern eine große Apfelsaftschorle. Nicole Urbschat macht sich nichts aus Alkohol. Hinter ihr liegt ein langer Arbeitstag, ein sogenanntes "Diva"-Fotoshooting, für das sie eine Kundin aufwendig in Szene gesetzt hat. Ihre Erschöpfung lässt sich die 48-Jährige in der New York Bar am Olivaer Platz nicht anmerken, schließlich liebt sie ihren Beruf, wie alle anderen Familienmitglieder, die ihren Lebensunterhalt vor allem hinter der Kamera verdienen: Im Studio am Kurfürstendamm arbeiten auch ihre Schwester Daniela, die gerade auf Mallorca im Einsatz ist, und deren Töchter.

Als Teenagerin wollte sie gar keine Fotografin werden

"Wir sind Qualitätsfetischisten und gehen sehr kritisch miteinander um", sagt Nicole Urbschat, bevor man sich das Zusammensein allzu idyllisch ausmalen kann. Das führe dazu, dass jeder seine Fotografie ständig weiterentwickle.
Im alten New York hat sich ihre Clique schon in den 1980er Jahren getroffen. "Wenn wir auf die Piste gegangen sind, hat es immer dort angefangen und aufgehört", sagt Urbschat.

Auch das neue New York hat sie sofort liebgewonnen, der Betreiber Andreas Lanninger ist für sie "eine Wirtspersönlichkeit, die uns hier am Kurfürstendamm lange gefehlt hat". Einer, der die Gäste kennt und mit dem man über gute und schlechte Tage sprechen kann. Als Teenager wollte sie übrigens auf gar keinen Fall Fotografin werden. Doch weil sie nach dem Abitur keinen Studienplatz bekam, nahm ihr Vater sie mit in den Laden, denn gegammelt wurde nicht. Vier Wochen Praxis haben damals gereicht: "Danach wollte ich nichts anderes mehr tun."

Dieses Stück erschien zuerst im Wirtschaftsmagazin "Köpfe" aus dem Tagesspiegel-Verlag, das Sie hier bekommen können: Tagesspiegel Köpfe bestellen

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