Film : Wie der Todesstreifen funktionierte

An der Bernauer Straße und im Örtchen Hötensleben steht die Mauer wieder - virtuell. Eine Computeranimation zeigt die Grenzanlagen der achtziger Jahre.

Werner van Bebber
Eingemauert
Szene aus dem Film "Eingemauert".

BerlinEs ist, als sei man auf dem Mauerstreifen unterwegs. Auf der DDR-Seite, mit dem Blick des Grenzers, der prüft, ob die tödlichen Grenzanlagen mit ihren Fahrzeugsperren, Alarmdrähten und den zeitweise montierten Selbstschussanlagen funktionsfähig ist. Es sind nur animinierte Bilder. Doch der Dokumentarfilm „Eingemauert“ vermittelt einen lebhaften, fast beklemmenden Eindruck von der Grenze, die Deutschland von 1961 bis 1989 geteilt hat.

Dabei kommt „Eingemauert“ ohne Dramatik und mit wenigen, statistenhaften Personen im Grenzgebiet aus. Ein paar Grenzsoldaten auf Patroullie, andere auf einem Turm, das ist es. Hinzu kommt der unvermeidliche Schäferhund an der Laufleine. Dargestellt wird in dem Film, der im Auftrag der Deutschen Welle entstanden ist, die Technik der Grenzsicherung aus der Sicht der DDR-Grenzer.

Eingemauert
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29.07.2009 08:29Der 10-minütige Film "Eingemauert" zeigt in verblüffenden Bildern die innerdeutsche Grenze.



Zwei Orte werden in die Vergangenheit zurückversetzt, genauer gesagt in die 80er Jahre: die Bernauer Straße in Mitte, das Gebiet um die 1985 gesprengte Versöhnungskirche herum, wo sich jetzt die Mauergedenkstätte befindet, sowie das Örtchen Hötensleben in Sachsen-Anhalt, eine der Gemeinden, in die man DDR-seitig nur mit Passierschein gelangte. Zweimal werden die verschiedenen Grenzsicherungsanlagen erklärt. Christoph Lanz, der Fernsehdirektor der Deutschen Welle, und Axel Klausmeier, Direktor der Mauerstiftung, haben vermutlich recht mit der Annahme, dass diese animierten Bilder vor allem junge Leute erreichen, die die Mauer nie gesehen haben. Klausmeier will den Dokumentarstreifen ins Filmprogramm der Gedenkstätte aufnehmen.

Die Idee zum Film sei ihm auf dem Weg zur Arbeit gekommen, sagt Christoph Lanz, Fernsehschef der Deutschen Welle – der führe an der Gendenkstätte vorbei. Ein Jahr lange hätten Historiker und Bildanimateure von der Berliner Firma Art+Com an „Eingemauert“ gearbeitet. Wieviel genau die Produktion gekostet hat, wolle Lanz nicht sagen; man sie „im unteren sechstelligen Bereich“ geblieben. Zumal die Arbeitsstunden der Rechner offenbar viel Geld kosten. Doch immerhin will die Deutsche Welle den Film weltweit verkaufen. „Eingemauert – Wie die innerdeutsche Grenze wirklich war“ wird über den Deutsche Welle Store und die Gedenkstätte Berliner Mauer verkauft. Zu sehen ist die Animation in voller Länge aber in geringer Qualität auch auf youtube.com und dw-world.de

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