Serie Wendekalender : 10. September 1989

Der Regierende Bürgermeister macht sich bei den Vertriebenen unbeliebt

30 Bürgerrechtsgruppen haben den Aufruf zur Gründung von „Aufbruch 1989 – Neues Forum“ unterzeichnet, wie in Ost-Berlin bekannt wurde. Zur Lösung der Probleme in der DDR sei ein offener Dialog notwendig, heißt es. Man wolle auf Grundlage der DDR-Verfassung tätig werden und die politische Arbeit den zuständigen Staatsorganen anzeigen.

Die „Berliner Zeitung“ hält sich mit Artikeln über die Wohnungsnot in Ost-Berlin auffallend zurück. Berichtet wird stattdessen vom Besuch des Pekinger Zoodirektors Li Yan Weng im Tiergarten. Li zeigt sich beeindruckt vom vielen Grün in der Stadt. Weiterer Lesestoff: Einzelheiten zum „Planplus bei Gemüse“. Außerdem ging die „Internationale Frauenfriedenswoche des DFD zu Ende”. DFD steht für Demokratischer Frauenbund Deutschlands.

Der Regierende Bürgermeister Walter Momper (SPD) ist bei einer Rede zum „40. Tag der Heimat“ auf der zentralen Veranstaltung des Heimatbunds der Vertriebenen in Charlottenburg ausgebuht worden. Er hatte gesagt: „Lassen Sie uns nicht mehr an den Grenzen rühren.“ Mit Hitlers „Eroberungs- und Ausrottungskrieg“ sei das „Deutsche Reich“ aufs Spiel gesetzt und verloren worden. Der Generalsekretär der Vertriebenen, Hartmut Koschyk (CSU), hatte zuvor gesagt, man wolle mit dem Tag der Heimat verdeutlichen, dass „Deutschland mehr ist als die Bundesrepublik Deutschland und Mitteldeutschland, das sich DDR nennen lassen muss“. Die Frage der polnischen Grenzen sei weiterhin offen. loy

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