Serie Wendekalender : 14. November 1989

Begrüßungsgeld-Millionen in handlichen Koffern und erste Umfragen im Osten

Seit Öffnung der Grenzen haben die Berliner Banken und Sozialämter 135 Millionen Mark Begrüßungsgeld ausgezahlt. Das ganze Wochenende hindurch waren die Schalter geöffnet. Im Sozialamt Kreuzberg drohte der Geldfluss zeitweise zu versiegen, da betätigten sich zwei Stadträte kurzerhand als Geldboten und brachten eine Million Mark in Koffern von der Berliner Hauptkasse nach Kreuzberg. Um den Ansturm in den Kaufhäusern zu bewältigen, will der Senat zwei „lange Samstage“ im November genehmigen. Danach beginnen die Adventswochenenden, an denen samstags ohnehin bis 18 Uhr geöffnet ist. Die DDR hat die sogenannten Sperrzonen entlang der Berliner Mauer aufgehoben. Zugleich sollen neue Übergänge eingerichtet werden.

Das „Zentrum zur Erforschung der öffentlichen Meinung“ in Ost-Berlin gibt bekannt, dass 87 Prozent der Ost-Berliner ihrer Heimat treu bleiben möchten, 71 Prozent würden es gerne sehen, wenn „Ausreiser“ zurückkehrten, 13 Prozent seien dagegen. Befragt wurden 618 Erwachsene an vier Grenzübergängen. Institutsleiter Gunnar Winkler: Die Umfrage sei „nicht repräsentativ“, aber „durchaus bedenkenswert“. loy

Umfrage

East Side Gallery: Die bekanntesten Reste der Berliner Mauer wurden versetzt. Was halten Sie davon?

0 Kommentare

Neuester Kommentar