Serie Wendekalender : 4. Mai 1989

Keine Sylt-Direktflüge mehr, dafür aber ein Luxushotel in Ost-Berlin.

Die West-Berliner Schickeria muss vorerst auf die bequemen Sylt-Direktflüge von PanAm und British Airways verzichten. Allein mit British Airways wollten heute 120 Berliner nach Sylt fliegen, schreibt das „Spandauer Volksblatt“. Jetzt gehen die Flüge nur bis Hamburg, dort müssen die Urlauber in den Bus umsteigen. Das Bundesverkehrsministerium habe die Flüge mit größeren Verkehrsmaschinen kurzfristig verboten, weil es auf dem Inselflugplatz in Westerland keine ordentliche Flugkontrollzone gebe. Dafür müssen ständig zwei voll qualifizierte Fluglotsen im Dienst sein. Auf Sylt gebe es aber nur einen Lotsen plus Assistenten. Darauf habe das Ministerium schon 1986 hingewiesen und eine Änderung gefordert, die vom Betreiber des Flugplatzes offenbar ignoriert wurde.

Am Gendarmenmarkt – noch heißt er Platz der Akademie – entsteht derzeit das „Dom-Hotel“, gebaut von Dyckerhoff & Widmann (Dywidag), München, für West-Geschäftsleute, die mit Westgeld zahlen. Die Diskothek soll laut Geschäftsführer „das Heißeste“ werden, was die Stadt (inklusive West-Berlin) zurzeit zu bieten hat. Auch sonst erreicht der Service im „First-Class-Hotel“ kapitalistisches Niveau (Sauna, Solarium, Whirlpool, Massage, Friseur, Kosmetik, Wagenpflege, Bowling, Squash, Sauerstofftherapie usw.). Bauherr und Betreiber sind die Interhotel-Kette. 1990 wird das Hotel mit 370 Zimmern fertiggestellt. 1992 übernimmt das Hilton den Betrieb. loy

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