Vor Fernsehdebatte der Demokraten im US-Wahlkampf : Clinton und Sanders streiten um Banken und Waffen

Heute Nacht wird es auch bei den Demokraten in den USA spannend. Hillary Clinton und Bernie Sanders liegen in Iowa Kopf an Kopf - und greifen sich härter an.

von
Die Kontrahenten bei den US-Demokraten: Hillary Clinton (rechts) und Bernie Sanders
Die Kontrahenten bei den US-Demokraten: Hillary Clinton (rechts) und Bernie SandersFoto: dpa/EPA/Josh Haner

Bisher waren die Fernsehdebatten der Demokraten ein höflicher Meinungsaustausch, verglichen mit der Schlammschlacht bei den Republikanern. Heute Nacht dürfte sich das ändern.

Bernie Sanders hat Hillary Clintons Vorsprung in den Umfragen für den ersten Vorwahlstaat Iowa nahezu egalisiert. Im zweiten, New Hampshire, liegt er vor ihr. Um eine Beschädigung ihrer Favoritenrolle zu verhindern, muss sie sich härter wehren. Und umgekehrt er sie härter angreifen, um seinen Aufstieg fortzusetzen.

Clinton wird Sanders vorwerfen, dass er Mitverantwortung trage für die Toten der Massenschießereien. Denn er habe die Verschärfung des Waffenrechts nicht unterstützt. (Sanders lebt in Vermont, wo die Jagd und Waffen daheim zum Alltag vieler Bürger gehören.)

Sanders wird Clinton angreifen: Ihr Versprechen, die Macht der Großbanken einzuschränken, sei unglaubwürdig. Sie nehme Redehonorare und Wahlkampfspenden in Millionenhöhe von ihnen an, stehe also sozusagen auf deren "Payroll".

Clinton sieht sich bedroht - und schickt Tochter Chelsea ins Gefecht

Wie gefährlich das Clinton-Team Sanders Aufstieg einschätzt, ist auch daran zu erkennen, dass Tochter Chelsea Clinton vorgeschickt wurde, um Sanders anzugreifen. Und dazu noch mit einem eher fragwürdigen Vorwurf. Bisher war Chelsea eher dafür zuständig, die netten Seiten ihrer Mutter hervorzuheben.

Dabei geht es um einen Kernpunkt des Streits um das Gesundheitswesen. Clinton erweckt den Eindruck, Sanders habe gegen Präsident Obamas Reform der Krankenversicherung gekämpft, habe also indirekt die Sache der Republikaner betrieben, die die Reform verhindern wollten. Das führt in die Irre. Sanders fordert eine weitergehende Reform: eine allgemeine Krankenversicherung wie in Deutschland. Er will die privaten Krankenversicherungen abschaffen. Clinton stellt sie in ihrem Plan ins Zentrum.

Alle Fakten zur bevorstehenden US-Wahl 2016 finden Sie auf der Tagesspiegel Themenseite US-Wahl

3 Kommentare

Neuester Kommentar