IPPNW-Benefizkonzert : Leises Finale

Auch diesmal gibt es ein IPPNW-Benefizkonzert im Rahmen des Musikfests: Die i nternationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriege haben dafür den Pianisten Andras Schiff und den Bassbariton Hanno Müller-Brachmann gewinnen können.

Hanno Müller Brachmann
Der Bassbariton Hanno Müller Brachmann gehörte lange zum Ensemble der Berliner Staatsoper und arbeitet heute als Gesangsprofessor...Foto: Monika Rittershaus

Lebenserfahrungen unterschiedlichster Art hat Rainer Maria Rilke in seiner Balladensammlung „Die Stimmen“ aus dem „Buch der Bilder“ poetischen Ausdruck verliehen. Einige von ihnen hat der 1988 verstorbene, ungarisch-amerikanische Dirigent und Komponist Antal Doráti 1975 in Musik gesetzt. Ganz dem Tod hingegen sind Modest Mussorgskys 100 Jahre zuvor entstandene „Lieder und Tänze des Todes“ gewidmet. In vier schaurigen Balladen singt der Sensenmann ein Kind in den ewigen Schlaf, bringt einer jungen Frau ein letztes Ständchen dar, fordert einen betrunkenen Bauern zum (Todes-)Tanz auf und tritt zuletzt als siegreicher Feldherr in Erscheinung, dem alle Gefallenen der Schlacht folgen müssen. Die Texte des mit ihm eng befreundeten russischen Dichters Arseni Gollenischtschew-Kutusow hat Mussorgsky in eine Musik von erschütternder Suggestivität gekleidet. Mit dem als Opern-, Oratorien- und Liedsänger gefeierten Bassbariton Hanno Müller-Brachmann sowie dem als Solist, Kammermusikpartner und Liedbegleiter gleichermaßen versierten Pianisten András Schiff nehmen sich zwei künstlerische Ausnahmeerscheinungen Mussorgskys Zyklus lyrischer Minidramen an. Ergänzt wird das im Zeichen slawischer Musik stehende Programm durch Klaviermusik von Béla Bartók und Leoš Janáček.

Am Anfang war mir das Leben gut. / Es hielt mich warm, es machte mir Mut. / Dass es das allen Jungen tut, / wie konnt ich das damals wissen. / Ich wusste nicht, was das Leben war … (Rainer Maria Rilke)

Die Solisten
Carolin WidmannWeitere Bilder anzeigen
1 von 16Foto: Marco Borggreve
20.09.2013 10:48Die Geigerin Carolin Widmann liebt Herausforderungen. In einem Soloprogramm spielt sie Werke von Zimmermann, Haas, Bartók und Bach...

Benefizkonzert zugunsten des Ungarischen Büros von Human Rights Watch (HRW)

Mittwoch 18.09.2013, 20:00, Kammermusiksaal der Philharmonie

Béla Bartók [1881-1945]
Suite für Klavier op.14 [1916]

Antal Doráti [1906-1988]
Die Stimmen
Liederzyklus für Bass und Klavier auf Texte von Rainer Maria Rilke [1975]

Leoš Janáček [1854-1928]
Auf verwachsenem Pfade
15 Miniaturen für Klavier, 1. Reihe 1-10 [1901-1908]

Modest Mussorgsky [1839-1881]
Lieder und Tänze des Todes
Liederzyklus für Gesang und Klavier [1875-1877]
In russischer Sprache

Hanno Müller-Brachmann Bassbariton
András Schiff Klavier

Eine gemeinsame Veranstaltung von IPPNW-Concerts, Berliner Festspiele / Musikfest Berlin und der Stiftung Berliner Philharmoniker.
Begrüßung durch Wenzel Michalski (HRW Deutschland)
Einführung 19:00 Uhr

In Zusammenhang mit dem Konzert findet am Dienstag, den 17. September 2013, um 15 Uhr im Hermann Wolff Saal der Philharmonie eine Diskussionsveranstaltung mit dem Titel „Wie ist es in Europa um die Menschenrecht bestellt?“ statt.
Teilnehmer: András Schiff, Hugh Williamson (Direktor Human Rights Watch Abteilung Europa/Asien), Barbara Lochbihler (Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im Europäischen Parlament), Paul Lendvai (Publizist und Leiter der Sendung „Europastudio“ im ORF)

Moderation: Dr. Helge Grünewald
Der Eintritt für diese Veranstaltung ist frei, Anmeldung erbeten über www.ippnw-concerts.de

© Mark Schulze Steinen/Berliner Festspiele

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