Mahler Chamber Orchestra : Brüder im Geiste

Unter der Leitung des griechischen Dirigenten Teodor Currentzis spüren die Musiker vom Mahler Chamber Orchestra der Komponistenfreundschaft zwischen Benjamin Britten und Dmitri Schostakowitsch nach.

Mahler Chamber Orchestra
Ganz ohne staatliche Unterstützung kommt das Mahler Chamber Orchestra aus. Seit der Gründung 1997 haben sich die mutigen...Foto: Sonja Werner

Benjamin Britten und Dmitri Schostakowitsch – was für eine rätselhafte Freundschaft verband diese beiden Komponisten miteinander! Der weltgewandte, sich trotz seiner mehr oder weniger ungezwungen ausgelebten Homosexualität stets als gesellschaftlicher Außenseiter fühlende Brite und der wortkarge, von Repressionen durch das Sowjetregime eingeschüchterte Russe. Geographische, gesellschaftliche und künstlerische Welten lagen zwischen Britten und Schostakowitsch – von denkbar unterschiedlichen persönlichen Lebenserfahrungen einmal ganz zu schweigen.

Schwul und angepasst zugleich sein wollen, Staatspreise entgegen nehmen und dennoch jederzeit um sein Leben fürchten müssen: Waren es die Brüche in ihren Biographien, die Britten und Schostakowitsch miteinander verbanden? Oder ein gemeinsamer musikalischer Nenner, der – trotz unterschiedlichster künstlerischer Ausformungen – im Bekenntnis zu einer kompositorischen Tradition bestand, die den Hörer nie aus den Augen verlor und die ästhetische Kategorie des Ausdrucks höher wertete als eine auf vermeintliche Fortschrittlichkeit ausgerichtete Schreibweise? Die künstlerischen Berührungspunkte von Britten und Schostakowitsch waren ebenso gezählt wie ihre persönlichen Begegnungen. Dennoch widmete Schostakowitsch dem englischen Kollegen seine in diesem Konzert des Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung von Teodor Currentzis erklingende „14. Symphonie“: eine erschütternde Auseinandersetzung mit dem Tod, die in Brittens Kantate „Phaedra“ ein spannendes und ebenso ergreifendes Gegenstück findet.

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Mahler Chamber Orchestra

Montag 02.09.2013, 20:00, Philharmonie

Dmitri Schostakowitsch [1906-1975]
Präludium und Scherzo für Streichoktett op. 11 [1924]

Benjamin Britten [1913-1976]
Phaedra
Dramatische Kantate für Mezzosopran und kleines Orchester op. 93 [1975]

Dmitri Schostakowitsch
Symphonie Nr. 14 G-Dur op. 135 [1969]
für Sopran, Bass und Kammerorchester

Angela Denoke Sopran
Petr Migunov Bass

Mahler Chamber Orchestra
Teodor Currentzis Leitung

Einführung 19:00 Uhr

© Mark Schulze Steinen/Berliner Festspiele

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