Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam : Schwere Zeiten für die Liebe

Zum 100. Geburtstag von Witold Lutosławski spielt das Amsterdamer Concertgebouw Orchestra seine "Musique funèbre". Mit Solist Yefim Bronfman und Dirigent Daniele Gatti erklingen außerdem Prokofjews "Romeo und Julia" und Bartoks 3. Klavierkonzert.

Royal Concertgebouw Orchestra
Wenn Musikkritiker die besten Orchester der Welt wählen, belegt das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam regelmäßig einen der...Foto: Simon van Boxtel

Dem Angedenken an einen der wichtigsten und einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts widmete Witold Lutosławski seine 1958 im polnischen Katowice uraufgeführte „Musique funèbre“: Béla Bartók. Seiner Bewunderung für die Musik des 1945 verstorbenen ungarischen Komponisten hat Lutosławski in Interviews wiederholt Ausdruck verliehen. Der tiefe Respekt vor Bartóks Schaffen ließ Lutosławski indes keineswegs zu einem blinden Parteigänger seines eine Generation älteren Komponistenkollegen werden. So bekannte Lutosławski einmal: „Das Dritte Klavierkonzert [von Bartók] liebe ich nicht allzu sehr – es ist wohl ein Meisterwerk, aber es sagt mir nicht viel.“

Bartóks meisterhaftem, aufgrund seiner exorbitanten Anforderungen an den Solopart von Interpreten ebenso gefürchtetem wie bei Hörern beliebtem „Klavierkonzert Nr. 3“ nehmen sich in diesem Konzert des Musikfest Berlin 2013 der weltweit gefeierte Pianist Yefim Bronfman und das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam unter der Leitung von Daniele Gatti an. Neben Lutosławskis Bartók gewidmeter „Musique funèbre“ stehen außerdem Ausschnitte ausgewählter Stücke aus den beiden Suiten aus Sergej Prokofjews 1938 uraufgeführtem Ballett „Romeo und Julia“ auf dem Programm.

Als ich dieses Werk schrieb, habe ich nicht versucht, es nach dem Vorbild von Bartóks Musik zu gestalten. Etwaige Ähnlichkeiten waren nicht beabsichtigt. Sollte es sie geben, so untermauern sie die unbestreitbare Tatsache, dass das Studium von Bartóks Musik eine fundamentale Lehre für die meisten Komponisten meiner Generation war. (Witold Lutosławski über „Musique funèbre“)

Die Solisten
Carolin WidmannWeitere Bilder anzeigen
1 von 16Foto: Marco Borggreve
20.09.2013 10:48Die Geigerin Carolin Widmann liebt Herausforderungen. In einem Soloprogramm spielt sie Werke von Zimmermann, Haas, Bartók und Bach...

Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam

Mittwoch 04.09.2013, 20:00, Philharmonie

Witold Lutosławski [1913-1994]
Musique funèbre
für Orchester [1958]
In Memoriam Béla Bartók

Béla Bartók [1881-1945]
Klavierkonzert Nr. 3 [1945, rev. 1994]

Sergej Prokofjew [1891-1953]
Romeo und Julia (Suite) op. 64 b/c [1935]

Yefim Bronfman Klavier
Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam
Daniele Gatti Leitung

Einführung 19:00 Uhr

© Mark Schulze Steinen/Berliner Festspiele

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