Soloabend mit Carolin Widmann : Gipfelbesteigung im Alleingang

Der Geigerin Carolin Widmann traut man ohne weiteres zu, dass sie einen spannenden Abend solistisch bestreiten kann. Sie wird Werke von Bernd Alois Zimmermann, Bela Bartók, Georg Friedrich Haas und J. S. Bach spielen.

Carolin Widmann
Die Geigerin Carolin Widmann liebt Herausforderungen. In einem Soloprogramm spielt sie Werke von Zimmermann, Haas, Bartók und Bach...Foto: Marco Borggreve

Eine Geige, eine Interpretin – und sonst nichts? Carolin Widmann stellt sich im Rahmen des Musikfests 2013 der Herausforderung, einen Konzertabend im violinistischen Alleingang zu bestreiten: ohne Pianist, ohne Orchester und Dirigent. Aber das mit einem Programm, das es in sich hat.

Über die Werke für Violine solo seines Vaters schrieb Carl Philipp Emanuel Bach einmal, es gäbe „nichts vollkommeneres, um ein guter Geiger zu werden.“ Und auch der erste Bach-Biograph Johann Nikolaus Forkel konnte sich Anfang des 19. Jahrhunderts Johann Sebastian Bachs Geigenkompositionen aufgrund ihrer exorbitanten technischen Schwierigkeiten nur als Studienwerke erklären, die „einen Lehrbegierigen seines Instrumentes völlig mächtig“ machen. Erst ein gutes Jahrhundert später sicherten sich Bachs Kompositionen für Violine solo einen festen Platz im Konzertrepertoire – und das zu Recht, stellen sie doch ein einzigartiges Kompendium virtuoser Violintechnik dar.

Mit den kompositorischen Mitteln des 20. Jahrhunderts hat dreihundert Jahre nach Bach auch Bernd Alois Zimmermann den mannigfaltigen Ausdrucksmöglichkeiten der Geige nachgespürt. Und ein Werk für Violine solo aus dem noch jungen 21. Jahrhundert hat Caroline Widmann ebenfalls in dieses Konzertprogramm aufgenommen: „de terrae fine“ des österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas.

Vier Komponisten, eine Geigerin und ein starkes Programm: Der Abend verspricht eine kleine Sensation zu werden.

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Carolin Widmann spielt Morton Feldmann und Franz Schubert
Carolin Widmann spielt Morton Feldmann und Franz Schubert

Carolin Widmann

Dienstag 17.09.2013, 20:00, Kammermusiksaal der Philharmonie

Bernd Alois Zimmermann [1918-1970]
Sonate für Violine solo [1951]

Béla Bartók [1881-1945]
Sonate für Violine solo [1944]

Georg Friedrich Haas [1953*]
de terrae fine
für Violine solo [2001]

Johann Sebastian Bach [1685-1750]
Partita Nr. 2 d-Moll
für Violine solo, BWV 1004 [1720]

Carolin Widmann Violine

Einführung 19:00 Uhr

© Mark Schulze Steinen/Berliner Festspiele

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