Kommentar : Ruhe, bitte!

Es gibt ja durchaus Gründe, Fußball-Bundestrainer Joachim Löw kritisch zu sehen. Doch genau deshalb ist es vom DFB richtig, Joachim Löws Vertrag vorzeitig bis 2016 verlängern zu wollen, meint unser Autor.

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Es gibt ja durchaus Gründe, Fußball-Bundestrainer Joachim Löw kritisch zu sehen. Das Fehlen einer hochwertigen Trophäe nach drei großen Turnieren unter seiner Führung ist sein Grundproblem. Das EM-Halbfinale 2012 gegen Italien vercoacht zu haben, gibt Löw inzwischen sogar selber zu. Und ob man Stefan Kießling, den besten Torschützen der Bundesliga, derart hartnäckig ignorieren muss, ist zumindest auch fraglich. Genau deshalb ist es vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) allerdings richtig, Joachim Löws Vertrag vorzeitig bis 2016 verlängern zu wollen.

Auf diese Weise hält der Verband ein Dauerthema vor der WM 2014 unter dem Deckel. Denn ungeachtet seiner Verdienste um die Nationalmannschaft und seiner fußballtaktischen Kompetenz droht angesichts der angeführten Kritikpunkte im Land der 80 Millionen Fußballtrainer bei jedem künftigen Rückschlag eine Diskussion um den Bundestrainer aufzubrechen. Man erinnere sich nur, welchen Wirbel das Hin und Her um Löws Vertragsverlängerung im Vorfeld der WM 2010 ausgelöst hatte.

Damals führte der voreilige Theo Zwanziger den DFB, sein Nachfolger Wolfgang Niersbach aber ist Medienprofi, wie sich nun wieder zeigt. Mit der avisierten Vertragsverlängerung hat er ein Medienthema vorerst entschärft. Klar ist auch, dass die Personalie Löw spätestens nach der WM wieder diskutiert werden wird, falls er erneut ohne Titel bleiben sollte. Dafür aber, so ist zu vernehmen, soll es auch Ausstiegsklauseln geben. Es ist deshalb vor allem ein PR-Vertrag, der Löws Position stärken und die Öffentlichkeit ruhigstellen soll.

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