Nationalmannschaft : Schweinsteiger fällt für Länderspiele aus

Bastian Schweinsteiger muss für die Qualifikationsspiele gegen die Türkei und in Kasachstan absagen. Er hatte sich im Bundesligaspiel bei Borussia Dortmund eine Fußverletzung zugezogen.

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Bastian Schweinsteiger fehlt der deutschen Nationalmannschaft bei den kommenden Qualifikationsspielen.
Bastian Schweinsteiger fehlt der deutschen Nationalmannschaft bei den kommenden Qualifikationsspielen.Foto: dpa

Berlin - Man tritt Bundestrainer Joachim Löw vermutlich nicht zu nahe, wenn man ihn als einen durch und durch optimistischen Menschen bezeichnet. Wenn seine Umgebung schon das Schlimmste befürchtet, bewahrt Löw immer noch die Ruhe. So ist es auch jetzt wieder. Es soll Menschen geben, die sich bereits den Kopf des Bundestrainers zerbrechen, weil die Bayern gerade eine deftige Krise durchleben: Nicht dass sich das am Ende noch nachteilig auf die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auswirkt. Immerhin hatte Löw für die beiden EM-Qualifikationsspiele gegen die Türkei und in Kasachstan sieben Spieler des Deutschen Meisters berufen. „Das besorgt mich jetzt nicht“, hat Löw über den Absturz der Münchner in der Bundesliga gesagt. Zumal in seinem Aufgebot seit gestern nur noch sechs Bayern stehen. Bastian Schweinsteiger musste sein Mitwirken an den Länderspielen kurzfristig stornieren. Er ist verletzt.

Eine gute Nachricht ist das ganz sicher nicht. Nicht einmal für einen exzessiven Optimisten wie Joachim Löw. Ungeachtet des schwierigen Saisonstarts der Bayern ist Schweinsteiger für den Bundestrainer nahezu unersetzlich. Der Münchner wurde zwar nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Michael Ballack bei der Bestimmung des WM-Kapitäns übergangen, als Trost aber von Löw zum emotionalen Leader seiner Mannschaft ernannt. Wenn Philipp Lahm in Südafrika der Kopf des Teams war, dann war Schweinsteiger dessen Herz. Gemeinsam mit Sami Khedira verantwortete er das defensive Mittelfeld so überzeugend, dass der bisherige Leader Ballack nach der Weltmeisterschaft bereits als entbehrlich galt.

Am Sonntag beim 0:2 der Bayern in Dortmund hat sich Schweinsteiger einen Kapselbandanriss im Fußwurzelbereich zugezogen. Der Mittelfeldspieler war umgeknickt, klagte danach über starke Beschwerden im rechten Fuß und unterzog sich am Montag einer Kernspintomographie. Der 26-Jährige ist nach Marcell Jansen der zweite Spieler, der dem Bundestrainer für die beiden Qualifikationsspiele nicht zur Verfügung steht; Kevin Großkreutz könnte der dritte werden. Der Dortmunder musste seine Anreise nach Berlin gestern verschieben. Er leidet unter einem grippalen Infekt, könnte aber im Laufe der Woche noch zum Team stoßen.

Großkreutz ist allenfalls als Ergänzungsspieler vorgesehen; im defensiven Mittelfeld aber hat Löw durch Schweinsteigers Ausfall ein gravierendes Problem. Gerade am Freitag im Berliner Olympiastadion gegen die Türkei, den vermutlich stärksten Gruppengegner, muss der Bundestrainer improvisieren. Wie Schweinsteiger fällt auch Michael Ballack aus, dessen Leverkusener Vereinskollege Simon Rolfes ist nach seiner langen Verletzungspause noch nicht wieder für die Nationalelf nominiert worden. In Löws Aufgebot steht neben Khedira nur noch ein Spieler, der Erfahrung auf der Position im defensiven Mittelfeld mitbringt: der Stuttgarter Christian Träsch, der dafür wenig Erfahrung in der Nationalmannschaft besitzt. Auf gerade drei Länderspiele hat es der 23-Jährige bisher gebracht, gegen Malta, die Vereinigten Arabischen Emirate und Dänemark. Man muss wohl ein durch und durch optimistischer Mensch sein, um darin kein Problem zu sehen.

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