Neu-Nationalspieler Max Kruse : "Das war meine letzte Chance in der Nationalelf"

Stürmer Max Kruse spricht im Interview mit dem Tagesspiegel über spätes Genießen, frühes Schludern und eine Länderspiel-Reise zum perfekten Zeitpunkt.

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Ausgeschlafener Spätstarter: Max Kruse (25) kam über Bremen, St. Pauli und Freiburg in diesem Sommer zu Borussia Mönchengladbach. Am 29. Mai gab er gegen Ekuador (4:1) sein Debüt in der Nationalelf und erzielte drei Tage später beim 3:4 in Washington gegen die USA sein erstes Tor.
Ausgeschlafener Spätstarter: Max Kruse (25) kam über Bremen, St. Pauli und Freiburg in diesem Sommer zu Borussia Mönchengladbach....Foto: dpa

Herr Kruse, wissen Sie eigentlich, dass es noch einen anderen berühmten Max Kruse gibt?

Ja, der hat ein Buch geschrieben. Oder wahrscheinlich mehrere Bücher.

Sein bekanntestes Buch ist „Urmel aus dem Eis“. Kennen Sie das?

Ich habe davon gehört, gelesen habe ich es nicht.

Es geht darin um einen kleinen Dinosaurier, der das Aussterben seiner Gattung sozusagen im ewigen Eis überlebt. Erkennen Sie Parallelen zu Ihrer eigenen Geschichte?

Inwiefern?

Sie sind erst mit 25 Jahren Nationalspieler geworden. Dadurch wirken Sie auch wie ein Überlebender aus einer anderen Zeit.

Stimmt, heute kommt es eher selten vor, dass man in diesem Alter noch Nationalspieler wird. Aber für mich ist nur wichtig, dass ich es überhaupt geschafft habe.

Warum hat es bei Ihnen so lange gedauert?

Mir hat einfach die Konstanz gefehlt. Ich hatte immer mal ein halbes Jahr, in dem ich richtig gut gespielt habe. Aber genauso gab es Phasen, in denen meine Leistung viel zu schwankend war. Wenn man nur mein Alter nimmt, habe ich tatsächlich relativ lange gebraucht. Aber für mich selbst ging es in den vergangenen beiden Jahren relativ schnell. Die letzte Saison war mein erstes richtiges Jahr in der Bundesliga. Danach durfte ich gleich bei der Nationalmannschaft dabei sein. Etwas Glück gehört natürlich auch dazu: Für mich kam die USA-Reise genau zum richtigen Zeitpunkt. Das war perfekt.

Wie meinen Sie das?

Die meisten haben wahrscheinlich gedacht, dass die Spieler, die dort debütiert haben, nicht mehr allzu oft bei der Nationalmannschaft dabei sein werden. Und es ist auch diskutiert worden, ob die beiden Länderspiele überhaupt Sinn machen, wenn die meisten etablierten Nationalspieler fehlen. Ich muss sagen: Für jemanden, der zum ersten Mal dabei war, hat diese Reise sehr, sehr viel Sinn gemacht. Ich hatte ein gutes Jahr im Verein, und im Anschluss hatte ich in den USA zehn gute Tage mit der Nationalmannschaft.

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