Real Madrid : Khedira spricht über seine neue Mannschaft

Sami Khedira über seinen Start bei Real Madrid. Die Kritik von Trainer Mourinho nimmt der Deutsche gelassen hin.

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Brüssel - Um Sami Khedira muss man sich keine Sorgen machen. Verhungern wird er in Madrid nicht, in den Supermärkten findet er sich bereits bestens zurecht. „Das ist relativ leicht“, sagt der deutsche Nationalspieler, auch wenn es mit der spanischen Sprache – trotz dreimal Unterricht pro Woche – bei Real Madrid noch ein wenig holpert. Fußballerisch ist die Umstellung für Khedira weit schwieriger.

Am Wochenende ist die spanische Primera Division in ihre neue Saison gestartet, doch bei Reals Auftaktspiel saß Khedira zunächst genauso auf der Bank wie sein Landsmann und Nationalmannschaftskollege Mesut Özil. Fast 70 Minuten musste der frühere Stuttgarter warten, bis er zu seinem Debüt kam. Der perfekte Einstand sieht anders aus, für Khedira war es aber auch „keine Katastrophe“ – weil Trainer José Mourinho ihm seine Entscheidung schlüssig erklärt hatte. Der Portugiese setzt auf Spieler, die sein System perfekt beherrschen können. Daran arbeitet Khedira jetzt mit Nachdruck.

Ein komplett neuer Fußball sei das für ihn, berichtete der 23-Jährige am Donnerstag. In der Nationalmannschaft wird von Khedira explizit erwartet, sich auch als defensiver Mittelfeldspieler an der Offensive zu beteiligen und mit hoher Dynamik den Weg in die Spitze zu suchen – nicht ganz so ist es bei Real. Gepflegtes Kurzpassspiel verlangt Mourinho, lange Ballstafetten, um sich den Gegner für den entscheidenden Stoß zurechtzulegen. Für die Offensive gibt es bei Real ausgewiesene Spezialisten, genauso wie für die Defensive. „Das Taktische ist sehr gefragt“, erzählt er über seine bisherigen Erfahrungen. Für einen Defensivmann wie ihn geht es darum, „die Positionen zu halten und das Spiel in den Griff zu bekommen“.

Die Nachrichten aus Spanien, dass Mourinho sich über die mangelnde Integration der beiden Deutschen beklagt habe, hat Khedira nicht besonders ernst genommen. Der Austausch mit den neuen Kollegen sei gut, „wir lachen sehr viel zusammen“. Auch Bundestrainer Joachim Löw ist unbesorgt: „Sie machen einen ausgesprochen zufriedenen, ich würde fast sagen, glücklichen Eindruck“, berichtete er. Und an der sportlichen Qualifikation für den Weltklub hegt der Bundestrainer nicht den geringsten Zweifel: „Beide sind fußballerisch so gut, dass sie bei Real Madrid spielen können.“

Davon geht auch Sami Khedira weiterhin aus, der den spanischen Rekordmeister immerhin 14 Millionen Euro gekostet hat. „Wir sind ja nicht geholt worden, um nur irgendwie Statisten zu sein“, sagt er. „Der Trainer wird sich was dabei gedacht haben.“

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