Testspiel : DFB-Team verspielt Sieg gegen Dänemark

Im ersten Spiel nach der WM führte Deutschlands B-Elf gegen Dänemark nach Toren von Gomez und Helmes bereits mit 2:0 – und spielte am Ende nur 2:2. Das Team bot dennoch gute Unterhaltung.

Gregor Derichs
Beim "ungeliebten" Länderspiel neun Tage vor dem Bundesliga-Aufgalopp zog sich Löws aus der Not geborene Auswahl besser aus der Affäre als erwartet.
Beim "ungeliebten" Länderspiel neun Tage vor dem Bundesliga-Aufgalopp zog sich Löws aus der Not geborene Auswahl besser aus der...Foto: dpa

Gemessen an den schwierigen Umständen war es ein durchaus nettes und ansehnliches Spielchen – nur das Ergebnis hätten sich die Deutschen wohl noch ein bisschen netter vorgestellt. Im ersten Spiel nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika führte die Nationalmannschaft in Kopenhagen bereits 2:0 gegen Dänemark, am Ende aber musste sich das Team von Bundestrainer Joachim Löw mit einem 2:2-Unentschieden zufrieden geben. Vor 19.071 Zuschauern hatten Mario Gomez und der eingewechselte Patrick Helmes die Tore für die Deutschen erzielt. Dennis Rommedahl gelang in seinem 100. Länderspiel nur eine Minute nach dem 0:2 der Anschlusstreffer. Zur etwas tragischen Figur wurde dann Tim Wiese. Lange war der Bremer bester Mann des Abends in der jungen Mannschaft. Doch drei Minuten vor Schluss unterlief dem deutschen Torhüter der einzige Fehler, als er zu weit aus seinem Tor kam, sich nicht mehr traute, den Ball in die Hand zu nehmen und damit Mats Junker den Treffer zum 2:2 ermöglichte.

Löw hatte sich zwar für viele neue Spieler, aber auch für das auch in Südafrika angewandte 4-2-3-1-System entschieden. Vor Wiese bildeten Andreas Beck, Jerome Boateng, Serdar Tasci und Marcel Schäfer die Abwehr. Die Sechser-Positionen nahmen Kapitän Thomas Hitzlsperger und Christian Gentner ein, davor spielten Christian Träsch, Toni Kroos und Marko Marin. In vorderster Front bewegte sich Mario Gomez.

Ein kräftiger Regenguss war vor dem Anpfiff niedergegangen. Auf dem nassen, schnellen Rasen bestimmten zunächst die Gastgeber die Ereignisse. Die Dänen, die ebenfalls mit einer neuen Elf antraten, bemühten sich um ein attraktives Spiel, während die deutsche Abwehr sich erst noch finden musste. Boateng, während der WM als Außenverteidiger eingesetzt, ließ im Zentrum Daniel Agger zum Kopfball kommen, aber Wiese parierte. Nur eine Minute später foulte Boateng Rommedahl vor dem Strafraum als letzter Verteidiger und hatte Glück, dass er vom Schiedsrichter Alan Kelley nur die Gelbe Karte sah. Dann verursachte Beck einen Freistoß in der gefährlichen Zone, was Löw eigentlich gar nicht sehen will. Knapp strich der Freistoß des Wolfsburger Neuzugangs Simon Kjaer am Tor vorbei.

Doch die B-Elf der Deutschen war nun warm gespielt, sie leitete endlich den ersten gefährlichen Angriff ein. Thomas Hitzlsperger führte vor dem Strafraum den Ball, die Skandinavier rechneten wohl mit einem Schuss, aber der feine Flachpass des Ersatzkapitäns fand den Weg durch die Abwehr zu Gomez. Eine kurze Drehung, und der Münchner erzielte mit einem überlegten Schuss die Führung. „Die Mannschaft wird in dieser Besetzung vermutlich nie mehr zusammenspielen“, sagt der Torschütze. „Dafür war’s ganz okay. Wir haben einige gute Kombinationen im Spiel gehabt.“

Nach der Pause durfte Wiese sich weitere Male auszeichnen. Einmal hatte er Glück, als Agger nur den Pfosten traf. Direkt danach nahm Löw die ersten Wechsel vor. Debütant Sascha Riether kam, zudem wurde Aaron Hunt eingewechselt. Der Bremer zwang Thomas Sörensen gleich danach zu einer Glanztat. Kurz darauf erzielte der Leverkusener Patrick Helmes sieben Minuten nach seiner Einwechselung die vermeintliche Vorentscheidung. Eine Unachtsamkeit von Serdar Tasci und das folgende 1:2 aber brachte die Dänen zurück ins Spiel. Seit 1996 haben sie nun nicht mehr gegen Deutschland verloren. Joachim Löw war trotzdem nicht unzufrieden: „Es war insgesamt viel Unterhaltung im Spiel.“

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