Türkische Presseschau : Mesut Özil: „Erklärt mich nicht zum Verräter“

Täglich bis zum Anpfiff: Die türkische Presseschau. Heute: Özil bittet die türkischen Fans vorsichtshalber um Verzeihung, für den Fall, dass er im EM-Qualifikationsspiel am Freitag in Berlin ein Tor schießt. Und Löw lobt Hiddink.

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Löw: "Hiddink kennt sich aus."
Löw: "Hiddink kennt sich aus."Foto: screenshot

Auf ihn richten sich beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und der Türkei ganz besonders viele Blicke: Real-Madrid-Star Mesut Özil wird in der türkischen Heimat seiner Eltern als Ausnahmetalent gefeiert und von der Öffentlichkeit trotz seines deutschen Passes als Türke gesehen. Da Özil das weiß, wandte er sich jetzt in der „Hürriyet“ an die türkischen Fans und bat sie gewissermaßen vorsorglich für den Fall um Verzeihung, dass er als deutscher Nationalspieler am Freitag erfolgreich sein sollte: „Erklärt mich nicht zum Verräter, wenn ich ein Tor schieße.“

 In dem Interview sagte Özil, er mache sich Sorgen über mögliche Reaktionen aus der Türkei. „Leider regen wir Türken uns als Menschen leicht über alles mögliche auf.“ So sei es zum Beispiel gewesen, als er sich vor Jahren entschied, für Deutschland zu spielen, und nicht für die Türkei. „Damals gab es sogar Leute, die mich zum Vaterlandsverräter erklärten.“ Er habe nun einmal zwei Vaterländer, das gelte auch für andere Sportler – „das verdeutlicht die Globalisierung des Fußballs“. Außerdem solle man bitte bei all dem nicht vergessen, dass es nur ein Spiel sei.

 Gestichelt wird trotzdem. Der türkische Star Arda Turan sagte der Zeitung „Vatan“, er hätte sich für die Türkei entschieden, wenn er an Özils Stelle gewesen wäre. „Ich bin einer, der sein Vaterland und seine Nation liebt.“ Aber schließlich sei das „Mesuts Problem“.

Wie „Hürriyet“ wartete auch das Konkurrenzblatt „Sabah“ am Dienstag mit einem Interview zum bevorstehenden Deutschland-Spiel auf: Bundestrainer Joachim Löw nutzte das Gespräch mit der türkischen Zeitung, um sein Gegenüber Guus Hiddink zu loben. „Hiddink kennt sich aus“, sagte Löw.

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