Türkische Presseschau : Stürmischer Empfang in Berlin

Bis zum EM-Qualifikationsspiel am Freitag in Berlin fassen unsere Istanbul-Korrespondenten hier täglich türkische Meldungen zum Deutschland-Spiel zusammen. Heute: Stürmischer Empfang in Berlin.

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So sieht es "Hürriyet": Die türkischen Spieler sind in Berlin gelandet und wurden stürmisch begrüßt.
So sieht es "Hürriyet": Die türkischen Spieler sind in Berlin gelandet und wurden stürmisch begrüßt.Foto: promo

Es wird schwer – aber wir werden gewinnen: Mit dieser Botschaft an die Fans ist die türkische Fußball-Nationalmannschaft am Montag aus Istanbul nach Deutschland abgereist. Bis zum EM-Qualifikationsspiel gegen die deutsche Auswahl am Freitag in Berlin werden sich die türkischen Spieler noch einige Tage im Trainingslager in Brandenburg vorbereiten. In Berlin wurden die Spieler von Türken aus der Hauptstadt begeistert begrüßt: „Stürmischer Empfang für die Nationalmannschaft“, meldete die Online-Ausgabe der Zeitung „Hürriyet".

Bis zum Anpfiff im Olympiastadion vertreiben sich die Anhänger die Zeit mit Statistiken und mit Klatsch rund um die Nationalelf. Insgesamt 18-mal seien beide Länder bisher aufeinander getroffen, berichteten die Nachrichtenmedien. Zwölfmal siegten dabei die Deutschen, dreimal die Türken, und dreimal endeten die Spiele mit einem Unentschieden. Insbesondere die letzte Niederlage wurmt die Türken immer noch: 2008 wurden sie von der deutschen Mannschaft aus der Europameisterschaft geworfen.

Türkische Elf in Potsdam
Schon bei der Landung in Berlin wartet das Empfangskomitee: Die türkische Elf ist bereits am Montag zum Länderspiel am Freitag in Berlin eingeflogen. Begeisterte Fans empfangen die Spieler in Tegel.Alle Bilder anzeigen
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07.10.2010 09:39Schon bei der Landung in Berlin wartet das Empfangskomitee: Die türkische Elf ist bereits am Montag zum Länderspiel am Freitag in...

Die Sportzeitung „Fotomac“ berichtete unterdessen, der bei Fenerbahce Istanbul spielende Nationaltorwart Volkan Demirel werde von seiner Ehefrau gedrängt, ins Ausland zu gehen. Unter der Überschrift „Volkans Frau löst Krise aus“ meldete das Blatt, der Torwart wende sich Angeboten aus Großbritannien zu, obwohl er eigentlich keine Lust habe, Istanbul zu verlassen.

Begleitet wurde die Abreise der Nationalmannschaft zudem von Sticheleien zwischen Fenerbahce und einem anderen Istanbuler Spitzenclub, Besiktas. Fenerbahce-Offizielle hatten sich über angeblich zu hohe Erfolgsprämien der Nationalmannschaft beschwert, die dazu führten, dass sich die Spieler in Länderspielen verausgaben und im Verein keine Spitzenleistungen mehr bringen. Besiktas erwiderte nun, dieser Vorwurf treffe allenfalls auf die Nationalspieler aus den Reihen von Fenerbahce zu – die Akteure von Besiktas spielten jedenfalls nicht wegen des Geldes für das Vaterland. Besiktas „zieht über Fenerbahce her“, meldete die Online-Ausgabe der Zeitung „Vatan“.

Bei all dem Trubel gerät die Aufgabe am Freitag beinahe aus dem Blickfeld. Nach dem Dienstantritt des Niederländers Guus Hiddink als erster türkischer Nationaltrainer ohne türkischen Pass im Sommer hat die Mannschaft ihre beiden ersten Qualifikationsspiele gegen Kasachstan und Belgien gewonnen. Hiddink hat sich vor allem das Ziel gesetzt, die großen Schwankungen im Spiel der Türken zu beenden – einmal spielen sie wie die Weltmeister, dann wieder wie blutige Anfänger.

Trotz der Anfangserfolge zeichnen sich für Hiddink erste Probleme ab, falls die beiden bevorstehenden Spiele gegen Deutschland und Aserbaidschan schlecht ausgehen sollten für ihn. So wird bereits jetzt kritisiert, dass er Spieler in den Kader aufgenommen hat, die derzeit völlig außer Form sind.
 

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