Jugend trainiert für Paralympics : Berliner Schulmannschaft holt Gold im Tischtennis

134 Schülerinnen und Schüler traten beim Bundesfinale "Jugend trainiert für Paralympics" im Goalball, Rollstuhlbasketball und Tischtennis an. Der Wettbewerb zeigt auch, wie Inklusion funktioniert.

Christina Spitzmüller
Siegerehrung Tischtennis bei Jugend trainiert für Paralympics. Gold ging an sie Carl-von-Linné-Schule aus Berlin. Foto: Deutsche Bahn/JTFP
Siegerehrung Tischtennis bei Jugend trainiert für Paralympics. Gold ging an sie Carl-von-Linné-Schule aus Berlin.Foto: Deutsche Bahn/JTFP

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Bis zum Finalspiel im Tischtennis bei Jugend trainiert für Paralympics (JTFP) gab es keinen Punkteverlust für die beiden Mannschaften, die um den Titel kämpften. Am Ende setzte sich beim Bundesfinale Ende April in Berlin aber die heimische Carl-von-Linné-Schule mit einem 4:2 gegen die Göttinger Heinrich-Böll-Schule durch. Die Göttinger hatten bei den letzten sechs Bundesfinals den Sieg geholt. Im April fehlten allerdings die beiden stärksten Spieler der Mannschaft, die Berliner nutzten ihre Chance.

Beim Rollstuhlbasketball mussten sie sich allerdings geschlagen geben. Im Finalspiel unterlag die Mannschaft der Carl-von-Linné-Schule klar der Mira-Lobe-Förder- und Oberschule aus Hannover mit 8:24 Punkten. Die Hannoveraner hatten Nationalspieler der Juniormannschaft im Spiel und dürfen nun stolz den Titel „Bundessieger 2016 im Rollstuhlbasketball“ tragen.

Zum Bundesfinale im Goalball trat kein Berliner Team an. Hier holte die Mannschaft des Überregionalen Förderzentrums Sehen Neukloster den Titel. Zweite wurde die Schloss-Schule Ilvesheim.

Die Goalballer bekamen eine ganz besondere Videobotschaft zu ihrem Finale in Berlin: Oliver Hörauf sendete seine Grüße. Er war vor zwei Jahren selbst mit einer Mannschaft aus Chemnitz beim JTFP-Bundesfinale dabei und bereitet sich gerade auf seine Teilnahme bei den Paralympics in Rio vorbereitet. Im Video sagte er: „Für mich und meine Mitspieler war die Teilnahme am Bundesfinale JTFP ein einmaliges Erlebnis. Es bestärkte mich darin, in meiner Sportart weiter für meinen großen Traum, einmal an den Paralympics teilnehmen zu dürfen, zu kämpfen.“

Insgesamt kämpften 134 Schülerinnen und Schüler beim Bundesfinale im Goalball, Rollstuhlbasketball und Tischtennis um die Plätze auf dem Treppchen. Neben den drei JTFP-Sportarten wurden beim Bundesfinale im April in Berlin auch die Bundesieger von Jugend trainiert für Olympia (JTFO) in folgenden Sportarten gekürt: Badminton, Basketball, Gerätturnen, Handball, Tischtennis und Volleyball. Lars Pickhard, der Vorsitzende der Deutschen Behindertensportjugend, freut sich: „Im dritten Jahr der Zusammenlegung von JTFP und JTFO hat sich erneut gezeigt, wie einfach Inklusion funktioniert. Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung spielen neben einander, in unterschiedlichen Wertungsklassen,  ihre Bundessieger aus und teilen hier in Berlin die Eindrücke und gemeinsamen Erlebnisse des weltweit größten Schulsportwettbewerbs.“

Jugend trainiert für Paralympics gibt es seit 2010. Seit 2013 wird es gemeinsam mit Jugend trainiert für Olympia unter dem Dach der Deutschen Schulsportstiftung veranstaltet.

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